„Rooster“: Zum Fremdschämen, aber auch befreiend

Steve Carell kämpft als College-Professor mit unangenehmen Situationen

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Wer zum Fremdschämen neigt, muss hier stark sein: Bestsellerautor Greg Russo (Steve Carell), dem sowieso alles peinlich ist, muss ständig solche Situationen aushalten: Zum Beispiel, dass ihn eine Studentin nach einer Lesung fragt, warum er eigentlich Frauen hasst. Dass er, als er hinter einem Busch hervorkommt, von einem lesbischen Liebespaar für einen Spanner gehalten wird. Dass ihm eine College-Professorin unvermittelt sexuelle Avancen macht. Außerdem werden Greg und die Zuschauer noch mit halbnackten Uni-Rektoren, nassgespritzten Hosen, Frauen, die auf Bäume klettern, um ihren Ex zu beobachten (und natürlich dabei erwischt werden) und kleinen Racheaktionen, die dazu führen, dass Häuser niederbrennen, gequält.

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Bill Lawrence, der uns „Ted Lasso” und „Shrinking“ beschert hat, erzählt gemeinsam mit Matt Tarses („Scrubs“) in „Rooster“ vom Leben der Lehrenden auf einem Uni-Campus: Greg übernimmt die Position als Gastprofessor nur, damit seine Tochter Katie (Charly Clive), die dort Kunst unterrichtet und diejenige ist, die auf Bäume klettert und Häuser in Brand steckt, nicht gefeuert wird. Greg glaubt zwar, dass er als Autor von Unterhaltungslektüre an der Ludlow-Universität fehl am Platz ist, doch die Literatur-Professorin beruhigt ihn: „Ich gebe hier auch Seminare über die Poesie von Bad Bunny – sie müssen sich also kleine Gedanken machen.“

„Rooster“ hat ein Gespür für Szenen und Dialoge

„Rooster“ hat ein wunderbares Gespür für (peinliche) Szenen und Dialogen. Außerdem hat es etwas Befreiendes, ein anderes Amerika als das aus den Nachrichten vorgeführt zu bekommen – eine Welt, in der man sich nicht vor ICE-Beamten, sondern vor Wokeness-Tribunalen fürchten muss, vor die man gezerrt wird, wenn Student:innen eine Anspielung auf „Moby Dick“ nicht verstehen, und es als  Bodyshaming empfinden, wenn man sie „Weißer Wal“ nennt. (HBO Max)