Serie der Woche: „Shining Girls“



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Auf Kirby Mazrachis Welt ist kein Verlass: Am Morgen war Grendel noch ihre Katze, als sie abends von der Arbeit nach Hause kommt, hat sie einen Hund namens Grendel. Mal lebt sie in Apartment 2B, mal in 3B, mal mit ihrer Mutter, mal mit ihrem Freund. Und die Ärztin, die gerade die riesige Narbe untersucht hat, die Kirby täglich daran erinnert, dass sie fast das Opfer eines Serienkillers geworden wäre, ist plötzlich ein Mann. Nur die Musik bietet Trost: Kirby flieht ständig vor der Wirklichkeit unter ihre Kopfhörer, um im 80s-Postpunk von obskuren Bands wie Pylon oder Kleenex einen sicheren Zufluchtsort zu finden.

Die zersplitterte, sich immer wieder neu zusammensetzende Welt Kirbys ist aber nicht das Einzige, das seltsam ist in dem verstörenden Thriller „Shining Girls“, einer Serie, die auf dem gleichnamigen Bestseller von Lauren Beukes beruht. Denn auch der Serienkiller, den Kirby im Chicago des Jahres 1992 schließlich zusammen mit dem Reporter Dan zu suchen beginnt, lebt in verschiedenen Wirklichkeiten. (Apple TV+)


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