Serie der Woche: „The Rising“



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Seit Corona fühlen sich Geistergeschichten ein bisschen echter an als früher. Wer die letzten Jahre vor allem allein im Homeoffice verbracht hat, ahnt, was es heißt, ein Gespenst zu sein und zusehen zu müssen, wie das wirkliche Leben ohne einen weitergeht. Wenn die 19-jährige Neve (Clara Rugaard) durch eine Welt irrt, in der sie ignoriert wird, in der sie ihre Freunde und ihre Familie zwar noch sehen und hören, sie aber nicht mehr berühren und umarmen kann, kommt einem das merkwürdig vertraut vor.

Neve kommt nach einer Party mitten in einem See wieder zu sich. Sie weiß nicht mehr, was letzte Nacht passiert ist, findet aber heraus, dass sie ermordet wurde und nun ein Geist ist. Hilflos steht sie am Ufer und sieht mit an, wie ihre Leiche aus dem See gefischt wird. Doch sie beschließt den Fall selbst aufzuklären, will sich nicht mit der Opferrolle zufriedengeben, die ihr das Leben aufgezwängt hat. Die britische Serie „The Rising“ – ein Remake der belgischen Serie „Zimmer 108“ – vermengt stilsicher Mysterythriller und Coming-of-Age-Drama, erzählt die Geschichte einer jungen Frau, die erst nach ihrem Tod erwachsen wird, die erst sterben muss, um zu erkennen, wie sehr sie geliebt wurde. (Sky)


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