Sheryl Crow Live


Soulfood DVD / 24.11.2008

Mit den Auftritten von Sheryl Crow ist es wie mit ihrer Musik: Man merkt zuerst gar nicht, wie kompetent sie ist, weil alles so angenehm reibungslos abläuft. Bei all der Routine dauert es ein bisschen, bis man merkt, wie viele überhaupt nicht durchschnittliche Melodien sich in diesem netten Mainstream verbergen. Der Grat zwischen dezent und blutleer ist manchmal sehr schmal, doch meistens bewegt sich die Sängerin auf der richtigen Seite, so auch bei diesem Konzert, das 2004 für die „Soundstage“-TV-Reihe in Chicago aufgenommen wurde.

Sie möge die „Soundstage“-Gigs, sagt Sheryl Crow, weil sie da ausnahmsweise „keine Stripper, Affen oder Pyroeffekte“ brauche. Die Musik steht im Mittelpunkt, und Crow tut ihr Bestes, um auch ihrer Band etwas Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. Allerdings hält sie sich anfangs etwas zu sehr zurück, versteckt sich fast hinter ihren großen Gitarren. Erst bei „All I Wanna Do“ und „Soak Up The Sun“ scheint sie selbst zu bemerken, wie mitklatschbar ihr Pop-Rock ist, dann taut sie auf. Bei „(What’s So Funny ’Bout) Peace, Love And Understanding“ muss sie zwar aufs Textblatt spicken, doch gelingt ihr das Cover ebenso wie der energische Antikriegssong „Let’s Get Free“. Für „Safe And Sound“ setzt sie sich ans Piano, auch „I Shall Believe“ fällt zunächst ganz sanft aus. Und wie um zu beweisen, dass sie eben doch für Überraschungen gut ist, greift sie dann zum Bass und fordert die Band auf, richtig zu rocken. Nach 90 Minuten und der Zugabe „Steve McQueen“ sitzt die Frisur immer noch, das schiefe Lächeln jetzt noch besser.


Erklingt bald AC/DC, wenn Deutschland ein Tor schießt?

Ein wenig schwer tut sich der DFB seit Jahren, die Marke Nationalmannschaft so zu verkaufen, dass die treuen und deshalb eben auch konservativen Anhänger nicht das Gespür haben, hier würde etwas unnötig aufgeblasen. Erst der lähmende Claim „Die Mannschaft“, dann Hashtags wie #ZSMMN und schließlich Slogans wie „Best Never Rest“ - all das kam nicht gut an, gerade auch mit Blick auf das blamable Abschneiden bei der letzten WM in Russland. Und es demaskierte den Fußballbund in solchen Fragen als weltfremd. Dazu passte vielleicht auch, dass im November 2018 völlig ohne Not Oliver Pochers „Schwarz und Weiß“ als Tor-Musik abgelöst…
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