Spandau Ballet Through The Barricades

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Die Achtziger waren ja auch die Ära von Duran Duran, Wham! und Culture Club. Ab der zweiten Hälfte des Jahrzehnts aber hatten diese Bands zu kämpfen. Weniger Glam, gern Politik, wenigstens mehr Bewusstsein für andere musste neue Maßgabe sein, sonst wurde es allmählich lächerlich. Spandau Ballet wollten mit „Through The Barricades“ den Nordirlandkonflikt behandeln, ihr fünftes Album war eine ambitionierte Erzählung. Es beginnt mit einer „Introduction“ und schließt mit dem Titelsong ab, einer Romeo-und-Julia-Liebesgeschichte zwischen Protestanten und Katholiken, getrennt durch „Barrikaden“. Der Hit ganz am Ende? Den brachte man im LP-Zeitalter doch immer ganz vorn unter!

Tatsächlich war „Through The Barricades“ 1986 ihre letzte Top-Ten-Single. Drei Jahre später, zum Mauerfall in Berlin, war die Ballade nicht mehr zu gebrauchen. Auch wenn Bassist Martin Kemp von dem Stück als ihr „Stairway To Heaven“ spricht: Dem gesamten Material fehlt auch im Remaster das Fett. Songs wie „Snakes And Lovers“ und „Man In Chains“ illustrieren mit Röchelsaxofon und Bongospiel, das an Hau den Lukas statt an Percussion erinnert: Das war die New-Romantics-Schule von 1982.

Barrikaden vor der Nase

Das Reissue enthält Extended-Versionen und auf der DVD eine jener berüchtigten „Those were the best days of our lives“-Dokus, in denen die Kemp-Brüder (der jüngst ausgestiegene Sänger Tony Hadley fehlt da schon) die Aufnahmen rekapitulieren. Das Archivmaterial enthält auch eine Fan–Fragestunde aus den 80er-Jahren, in der die Engstirnigkeit der Musiker offengelegt wird. Was ihr Lieblingsland sei, will eine Anhängerin wissen. „England!“, lautet die Antwort, „weil wir da herkommen.“ Mit dieser Sichtweise stehen die Barrikaden natürlich immer direkt vor der Nase. (Sony)

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