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Viva la revolución? „Tim und die Picaros“ – Hergés Vermächtnis

„Tim und die Picaros“ würde Hergés letzter vollendeter Band sein, aber eine der wichtigsten Fragen wird im finalen Abenteuer des Reporters zum Glück geklärt. Natürlich geht es dabei nicht um Tim, sondern um den wilden, cholerischen Kapitän Haddock. Dem wurde im Dschungel eine Buddel Loch Lomond an den Hinterkopf geworfen, ein betrunkener Affe hat das verbrochen, und nun leidet der Mann an Amnesie. „Wer ist hier Kapitän, Sie oder ich?“, fragt er seinen Freund Tim. Der antwortet: „Sie natürlich, Sie sind Kapitän Haddock!“ Und Tim verrät ihm – und uns – erstmals dessen Vornamen: „Archibald“. Haddock findet: „Noch alberner“.

Hergé zeichnete bis zum Tod

Eine Vorstellungsrunde im Dschungel also. Zuvor waren Tim und Haddock ins lateinamerikanische San Theodoros gereist, um ihre Freundin zu befreien, die Sängerin Bianca Castafiore. Staatschef General Tapioca hält sie gefangen und hat nun den Reporter und seinen Kapitäns-Freund in sein Land eingeladen um die Angelegenheit zu klären. Obwohl alles auf eine Falle hindeutet, nehmen sich Haddock, Professor Bienlein und später auch Tim der Sache an. Mit Hilfe des Rebellen General Alcazar soll außerdem der politische Umsturz eingeleitet werden.

Niemand konnte ahnen, dass der 23. Band (der zuerst als Serie erschien, Teil eins Ende 1975) auch der letzte Hergés sein würde; Georges Prosper Remi, wie der Zeichner und Autor bürgerlich hieß, arbeitete nach den „Picaros“ noch an „Tim und die Alpha-Kunst“ – dieser Comic ist, was ihn für Leser nicht weniger wertvoll macht, nach Hergés Tod 1983 unfertig in den Handel gekommen. 1979, drei Jahre nach den „Picaros“, wurde beim Belgier eine Osteomyelofibrose (Knochenmarkerkrankung) diagnostiziert. Bis zu seinem Ende zeichnete er weiter, er starb mit 75.

Hergé
Hergé

„Tim und die Picaros“ lässt sich als Abschiedsgruß lesen, so gemeint war die Geschichte jedoch nicht. Allerdings sind derart viele alte Bekannte in dem 64-Seiten-Comic versammelt, als hätte der Erzähler eine letzte Parade auffahren wollen. Das tat dem Ensemble nur bedingt gut. Schulze und Schultze sowie Bianca Castafiore sind durch ihre Kurzauftritte unter Wert verkauft (um Haddock mit falschen Namen anzusprechen, dafür zumindest hat die Opernsängerin genug Zeit).



„Asterix“-Zeichner Albert Uderzo ist tot

Der Zeichner der weltweit bekannten „Asterix“-Comics, Albert Uderzo, ist tot. Das teilten die Nachrichtenagentur AFP und die französische Tageszeitung "Le Monde" unter Berufung auf seine Familie mit. Sein Tod stehe nicht im Zusammenhang mit der starken Verbreitung des Coronavirus, heißt es in dem Bericht. Uderzo sei bei sich zu Hause in Neilly in Frankreich an einem Herzinfarkt gestorben. Seit Wochen sei er bereits sehr erschöpft gewesen. Gemeinsam mit Autor René Goscinny hatte Uderzo 1959 die Comic-Reihe um ein kleines gallisches Dorf aus der Taufe gehoben, das Widerstand gegen die Besetzung durch Truppen des Römischen Reichs leistet und mit seinen Helden…
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