„The Girl In The Water“: Dieser Mystery-Bonbon ist schnell gelutscht


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Natürlich taucht irgendwann im Abspann Reese Witherspoon als Produzentin auf. Ihr Buchclub ist in den USA eine Macht, Filme wie „Gone Girl“ oder „Wild“ echte Kassenschlager und die von ihr produzierten Erfolgsserien (u. a. Big Little Lies“, „Little Fires Everywhere“) sind fast schon so etwas wie ein eigenes Genre, dem nun auch „The Girl In The Water“ auf AppleTV+ zuzurechnen ist.

Dabei hat die „Girl“-Serie von Veronica West zwar viel mit Falscher-Fährten-Mystery der Marke „Gone Girl“ und „Girl On A Train“ zu tun, heißt aber im Original gar nicht so. „The Girl In The Water“ soll nur deutschen Zuschauern eine Ahnung vom Inhalt vermitteln, während im Original „Surface“ Doppelbödigkeit à la „Stille Wasser sind tief“ suggeriert.

Denn wenn die mit Gugu Mbatha-Raw („The Morning Show“, „Loki“) prominent besetzte Serie etwas ganz offensichtlich und mit sehr viel Nachdruck sein möchte, dann doppelbödig. Weil Hauptfigur Sophie besagter Boden buchstäblich unter den Füßen weggerissen wurde. Nach einem vermeintlichen Selbstmordversuch wird sie ohne Erinnerung an ihr früheres Leben aus dem Wasser gezogen und hat deshalb arg mit ihrer Existenz als Gattin eines schwerreichen Investmentbankers (Oliver Jackson-Cohen) zu kämpfen.

Irgendetwas wird ihr immer verschwiegen, ehemalige Freunde verhalten sich merkwürdig und die Therapeutin kommt auch nicht besonders weit in der Aufarbeitung des erlittenen Traumas. Aufklärung verspricht Undercover-Polizist Baden (Stephan James), der sie eindringlich vor ihrem Mann warnt, ihren Selbstmordversuch in Frage stellt und sich zudem als Nebenbuhler aus glücklicheren Zeiten offenbart. Vor posher San-Francisco-Kulisse darf Sophie nun bald niemandem mehr trauen – nicht einmal sich selbst. Und solcherart gedächtnisverlustig möglicherweise den Grundstein für eine serielle Fortsetzung gleich mitliefern.

Etwas zähe Selbstfindungsreise

Zumindest in den ersten drei von insgesamt acht Episoden gelingt es noch ganz gut, die Spannung aufrecht und den Zuschauer mit Cliffhangern und falschen Fährten bei der Stange zu halten. Irgendwann sehr bald ist das Mystery-Bonbon allerdings gelutscht und an Gugu Mbatha-Raw, den schicken Apartments und den Straßen von San Francisco hat man sich auch satt gesehen.

Dann bekommt man den Eindruck, dass maximal sechs Episoden durchaus ausgereicht hätten, um alle möglichen Täter-Opfer-Kombinationen durchzuexerzieren. So, wie es aussieht, tun es nicht einmal acht. Denn letztlich fühlt sich „The Girl In The Water“ eher wie der Auftakt zu einer sehr viel größeren Selbstfindungsreise an.

Die ersten drei Episoden ab 29.07. auf AppleTV+, neue Episoden immer freitags.


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