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The Lumineers Cleopatra

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The Lumineers: „Cleopatra“

2012 zogen die Lumineers mit ihrem Welthit „Ho Hey“ einen Schluss­strich unter das drei Jahre zuvor von Mumford & Sons massenfähig gemachte Folkrevival. Das Lied trug alle Insignien dieses Revivals: das Rurale, Neunzehntesjahrhundertmäßige und Frontporchige, das Sehnen nach intakten Bezügen, das Gemeinschaftliche, Verbindende, Mitsummende, ho hey. Skeptiker rümpften die Nase, Romantiker freuten sich über die schöne Liedidee und ein unprätentiös spielendes Trio, das gar keine Zeit gehabt hatte, sich zu verstellen, weil der Ruhm über Nacht gekommen war. Danach war diese Art von Musik noch immer schön, aber endgültig keine Novität mehr, und bald darauf griff Marcus Mumford zur E‑Gitarre.

Mit ihrem zweiten Album drehen die Lumineers die Zeit zurück, wie ja auch ihre Musik die Zeit zurückdreht. Die ersten Demos entstanden in jenem Haus in Denver, in das das Trio vorm Debüt gezogen war, Produzent ist wieder Simone Felice, der mit den Felice Brothers ja selbst nicht unerheblich am Erfolg des Folk­revivals beteiligt war.

Die Musik auf „Cleopatra“ ist der des Debüts ähnlich, doch etwas ist geschehen mit den Lumineers. Schultz, Fraites und Pekarek tauschen den Stomp einiger der ersten Lieder an vielen Stellen gegen weite Hallplattenräume, als stünde die Band nicht im Studio, sondern in einem alten Wasserspeicher. In vollständig in sich gekehrten Liedern, wie dem vorsichtig gezupften „Sick In The Head“, scheint die Band die Anwürfe der Weltkarriere mit einer entschiedenen Hinwendung zum Innerlichen zu kontern. Auch „My Eyes“ atmet aus, sinniert, verschwindet fast; am Ende tanzt die Band gemeinsam einen Walzer. Der „Gale Song“ ist eine sakrale Hymne. Mit „In The Light“ nähern sich die Lumineers mit einem sachten Groove Fleetwood Mac, wie Iron & Wines Sam Beam es tut.

Mit „Cleopatra“ wenden die Lumineers den äußeren Sturm einer Weltkarriere in eine musikalisch souveräne Konzentration. Das muss man erst mal hinkriegen.

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