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The The See Without Being Seen



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Es macht fast Angst, Matt Johnson auf dem ersten, „verlorenen“ Album von The The zu hören. Mit 16 schon hatte er jene Gesangsstimme gefunden, die ihn bis heute, mit 58, tragen würde. Wut, Scham, Aufruhr, embryonische Furcht – als Vokalist war Johnson auf direktem Weg zur künstlerischen Vollendung. Erst in den Achtzigern würde er einer der wichtigsten linkspolitischen Musiker Großbritanniens werden, aber diese 13 Stücke legen die zwei Themen seines Lebens längst aus: Ausbeutung durch Kapitalismus („Rush, rush, rush to the sound of the internal red slush“, in „Troops“) und das Unvermögen, aus den Fehlern früherer Generationen zu lernen, allein weil man an der kurzen Leine gehalten wird: „History repeats itself within the realms of my inexperience“ („Homa’s Coma“).

Urbane Existenz im Hamsterrad

Der Matt Johnson von 1978 war also schon der des offiziellen Debüts, „Burning Blue Soul“, das drei Jahre später erschien. Mit Drumcomputer, Bandmaschine, Stylofon und Effektpedal entwarf er einen Industrial-Sound wie ein Ausrufezeichen. Jede Zeile verkündete: Die urbane Existenz im Hamsterrad stellt die niedrigste Lebensform dar. Sein Klagegesang wirkte, als flüchte er vor der Instrumentierung, die über ihm zusammenzubrechen droht.

Im 36-seitigen Booklet des nun selbst verlegten Albums schreibt Johnson, die Demokassette sei damals von jeder Plattenfirma des Landes abgelehnt worden. Sei kein Problem für ihn gewesen. Er interessiere sich für die Reise so sehr wie fürs Ziel. Vielleicht erklärt das auch, warum sein letztes Song-Studioalbum vor mittlerweile 20 Jahren erschien.

Auf einem der Konzerte, wo der Teenager sein Debüt-Tape verkaufen wollte, traf er Rod Pearce, Chef des Experimental-Labels Fetish Records. Der habe ihm versichert, das Werk sei allein schon ein Erfolg, weil Johnson alles selbst übernommen habe: Komposition, Aufnahme, Distribution. Das sei Punk. „Nach diesen Worten“, schreibt Johnson stolz, „lief ich tagelang durch die Gegend wie auf Luft.“ (Cineola)


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