Toggle menu

Rolling Stone

Back to top Share
Artikel teilen
  • Facebook
  • Twitter
  • Google+
  • Whatsapp
  • Email
Search

The Waterboys Modern Blues

Harlequin And Clown

Kommentieren
0
E-Mail
Facebook Twitter Google+ Whatsapp Email Kommentare
von
Caption
Foto: Harlequin And Clown

„Aquaman sucks!“, wusste der weise Raj Koothrappali, er hatte gute Gründe. Und auch bei „Waterboy“ Mike Scott konnte man lange nicht ahnen, dass man ihn irgendwann mal wirklich würde wiederhören wollen. Seine „Big Music“ mit emphatischen Benchmarks wie „The Whole Of The Moon“ oder „A Girl Called Johnny“ ist schon drei Dekaden her. Und das akustisch-folkige „Fisherman’s Blues“ von 1988 bewies noch 25 Jahre später mit einer Sechs-CD-Box voll toller Outtakes, welche kreative Kraft damals die zwei Jahre dauernden Aufnahmesessions angetrieben hatte – und dass danach Scotts Band- und Solo-Songs eben Fokus und Sub-stanz verloren.

Substanzmissbrauch spielte wohl eine Rolle dabei, dass Scott als Leidenschaftlichkeit meinte, was oft eher nach Prätention und Pomadigkeit klang. Schon mit dem Titel „Modern Blues“ verweist der Schotte nun auf seinen legendären Klassiker. Fiddler Steve Wickham ist wieder an Bord, doch den präzisen Sound prägen Studiobassist David Hood und vor allem „Brother“ Paul Brown am Keyboard. „Destinies Entwined“ ist ein famoser Auftakt mit druckvollen Gitarren und unvergesslichem Mariachi-Blech-Riff. Dazu steuert der Bro aus Memphis nostalgisches Hammond-Geheule bei und der 56-jährige Chef sein unverwüstliches Bob-Geldof-Organ.

Fein tariert wechseln einander sanft Bissiges und melancholisch Retrospektives ab. „November Tale“ erzählt von einer bittersüßen Wiederbegegnung nach Ewigkeiten, „Still A Freak“ zu stimmungsvollem Dröhnen von Saiten und Tasten davon, dass Scott noch immer ein Wilder ist. Spreizschritt, rechter Fuß auf die Stagebox. Mit Doo-Wop-Backings verneigt er sich vor alten Helden („I Can See Elvis“), mit Orgel à la Alan Price warnt er „Rosalind“ vor dem falschen Mann. Scott verabschiedet sich mit dem Rocker „Long Strange Golden Road“, der mit zehn Minuten Laufzeit im Konzert manchen Nackenmuskel in erfreulicher Weise strapazieren dürfte. Das konnte wirklich lange keiner ahnen.

Kommentieren
0
E-Mail

Nächster Artikel

Vorheriger Artikel
Kommentar schreiben