Zaz

Recto Verso

Sony

Ein Album, bei dessen Besprechung man tunlichst die Worte „frankophil“, „Pop-Connaisseur“ und „Montmartre“ vermeiden sollte! Und auch den Ausdruck „Edelmetall“: Alle Charterfolge des Debüts von Isabelle Geffroy alias Zaz aufzuführen würde den Zeilenrahmen sprengen.

Glücklicherweise liebt die 33-jährige Nouvelle-Chanson-Sängerin aus Tours das Simple. Für das Coverfoto hat sie sich ein paar Farbkleckse ins Gesicht geschmiert und stellt damit klar, dass es hier nicht allzu ernst und ambitioniert zugeht. Die Reduktion steht der Dame gut – wie auf dem einschmeichelnden „La Lessive“ oder auf der mit sumpfiger Stimme vorgetragenen Pianoballade „Si“ (geschrieben von Jean-Jacques Goldman, dem Komponisten von Khaleds „Aïcha“). Während die Coverversion von Charles Aznavours Novelty-Chanson „Oublie Loulou“ noch schlaucht, orientiert sich Zaz sonst zunehmend am Pop und gibt sich meist geradeaus wie auf dem luftig-leichten „Gamine“ von Mickaël Furnon. Die Weltreise, auf die sie sich mit der Single „On Ira“ begibt, hinterlässt keine musikalischen Spuren, das geschmäcklerische Element und die Folklore-Einflüsse bleiben im Rahmen. Zugegeben: Ein Flug zum Mond hört sich auf Französisch wirklich charmanter und weniger albern an. Möchten wir nicht alle etwas argloser in den Tag leben? Damit fängt es uns, das „kleine Mädchen der wilden Gräser, das auf die Nase fällt und lacht“. Darauf eine Gauloise mit Farbklecksen!