Robin Williams: Die tragische Wahrheit hinter seiner Fehldiagnose

Jahrelang falsch behandelt: Robin Williams litt nicht an Parkinson, sondern an seltener Lewy-Körper-Demenz. Sein Sohn enthüllt die dramatischen Details.

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Als die Welt im August 2014 vom Tod Robin Williams‘ erfuhr, verstummte für einen Moment das kollektive Lachen. Der Schauspieler, Komiker und begnadete Improvisationskünstler hatte sich im Alter von 63 Jahren das Leben genommen. Eine Nachricht, die Millionen Menschen erschütterte. Erst nach der Autopsie wurde deutlich, welches unsichtbare Leid Williams bis zuletzt getragen hatte.

Wie die amerikanische Ausgabe der britischen Tageszeitung „Mirror“ berichtet, ist nun bekannt geworden, dass bei ihm zuerst Parkinson diagnostiziert worden war. Als Erklärung für seine zunehmenden motorischen Probleme und die sichtbaren Veränderungen in den letzten Lebensjahren.

Doch eine späte, post-mortale Untersuchung brachte eine noch tragischere Wahrheit ans Licht: Williams litt an Lewy-Körper-Demenz (LBD), einer seltenen, aber äußerst aggressiven Erkrankung, die oft mit Parkinson verwechselt wird.

Eine tückische Krankheit mit komplexen Symptomen

LBD zählt zu den verschiedenen Demenzformen und führt zu komplexen neurologischen Symptomen – Halluzinationen, Wahrnehmungsstörungen, Angstzuständen und starken kognitiven Schwankungen. Viele Betroffene erleben eine Phase der Fehldiagnose, in der Medikamente zur Behandlung anderer Erkrankungen die Symptome sogar verschlechtern können.
Williams‘ Sohn Zak sprach 2021 offen über die schwierigen letzten Jahre seines Vaters.

In einem Podcast erklärte er, wie sehr die Fehldiagnose und die Behandlung mit Parkinson-Medikamenten die Situation verschlimmert hätten. „Was er durchmachte, passte einfach nicht zu dem, was andere Parkinson-Patienten erleben“, sagte Zak. „Er war frustriert, fühlte sich unwohl und hatte das Gefühl, die Kontrolle zu verlieren – körperlich wie geistig.“

Die Krankheit raubte Williams nicht nur seine körperliche Energie, sondern auch die Fähigkeit, seine Kunst voll auszuleben – die Improvisation, die Spontaneität, das intuitive Erfassen von Stimmungen. All das, was ihn zu einem der größten Entertainer seiner Generation gemacht hatte.

Ein Vermächtnis, das bleibt

Lewy-Körper-Demenz ist bis heute unheilbar, und die Forschung steht trotz wachsender Aufmerksamkeit noch am Anfang. Doch durch Schilderungen wie die von Zak Williams wächst das Bewusstsein für diese tückische Erkrankung – und vielleicht auch das Verständnis dafür, dass selbst die hellsten Lichter manchmal im Stillen verlöschen.

Ralf Niemczyk schreibt freiberuflich unter anderem für ROLLING STONE. Weitere Artikel und das Autorenprofil gibt es hier.