Truppenbeleidigung: Rod Stewart liest Trump die Leviten

Rod Stewart verurteilt Trumps abfällige Aussagen über NATO-Truppen in Afghanistan und fordert Respekt für gefallene Soldaten.

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Rod Stewart hat US-Präsident Donald Trump scharf kritisiert, nachdem dieser abfällige Bemerkungen über NATO-Truppen und deren Einsatz in Afghanistan gemacht hatte. Der Sänger bezeichnete Trump dabei ausdrücklich als „Wehrdienstverweigerer“.

In einem Fox-News-Interview Anfang der Woche griff Trump erneut die NATO-Verbündeten der USA an und spielte ihren Beitrag im sogenannten Krieg gegen den Terror herunter.

„Wir haben sie nie gebraucht. Wir haben sie eigentlich nie um irgendetwas gebeten“, sagte Trump über die NATO. „Dann sagen sie, sie hätten Truppen nach Afghanistan geschickt oder dies oder das. Und das haben sie auch. Sie blieben ein wenig zurück, etwas abseits der Frontlinien.“

Trumps Aussagen stoßen in Europa auf scharfe Kritik

Trumps Äußerungen lösten Empörung bei europäischen Politikern aus – ebenso bei seinem früheren Freund und Nachbarn Sir Rod Stewart. „Ich bin vielleicht nur ein bescheidener Rockstar, aber ich bin auch ein Ritter des Königreichs und habe meine Meinung“, sagte Stewart in einer Video-Stellungnahme, die er in sozialen Medien veröffentlichte.

„Ich wurde kurz nach dem [Zweiten Weltkrieg] geboren, und ich wünsche mir Respekt für unsere Streitkräfte, die gekämpft und uns unsere Freiheit gegeben haben“, erklärte Stewart weiter. „Es verletzt mich zutiefst, dass ich lesen muss, wie der Wehrdienstverweigerer Trump unsere Truppen in Afghanistan dafür kritisiert, nicht an der Front gewesen zu sein.“

Rod Stewart erinnert an gefallene britische Soldaten

„Wir haben über 400 unserer Männer verloren“, sagte Stewart. „Denkt an ihre Eltern, denkt darüber nach, wenn Trump sie beinahe wie Feiglinge bezeichnet. Das ist unerträglich.“ Während des jahrzehntelangen Einsatzes in Afghanistan kamen insgesamt 457 britische Soldaten ums Leben.

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Stewart wandte sich anschließend direkt an die britische Politik: „Ich rufe Sie auf, Premierminister [Keir] Starmer, und [den britischen Politiker und Trump-Unterstützer Nigel] Farage: Bitte bringen Sie den Wehrdienstverweigerer Trump dazu, sich zu entschuldigen. Bitte!“

Starmer spricht von beleidigenden und erschütternden Aussagen

Nigel Farage forderte zwar keine Entschuldigung, widersprach Trump jedoch öffentlich in sozialen Medien. „Donald Trump liegt falsch. Zwanzig Jahre lang haben unsere Streitkräfte mutig an der Seite Amerikas in Afghanistan gekämpft“, schrieb Farage.

Premierminister Keir Starmer äußerte sich deutlich schärfer: „Ich werde ihren Mut, ihre Tapferkeit und die Opfer, die sie für ihr Land gebracht haben, niemals vergessen. Viele wurden zudem verletzt, einige mit lebensverändernden Verletzungen. Ich halte die Aussagen von Präsident Trump für beleidigend und offen gesagt erschütternd, und es überrascht mich nicht, dass sie bei den Angehörigen der Getöteten und Verletzten – und im ganzen Land – so viel Schmerz ausgelöst haben.“