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Rolf Zacher ist tot

„Die Welt“ berichtet:

Er war der Mann mit der Charakterstimme. Mal tief und heiser, dann fast schrill, hysterisch und sehr, sehr berlinerisch. Nun ist Rolf Zacher tot. Er starb am Samstagmorgen. Knapp anderthalb Monate vor seinem 77. Geburtstag. Das bestätigte seine Lebensgefährtin Carola Blendermann der Nachrichtenagentur dpa. Zuerst berichtete das „Westfalen-Blatt“.

Zacher wurde 1941 in Berlin geboren und wuchs nach dem Ende des 2. Weltkriegs zuerst in Angermünde in der Uckermark auf. Mitte der 50er-Jahre zog er nach Kreuzberg, versuchte sich erst als Konditor, später als Rock‘n‘Roll-Tänzer in einem Lokal von Playboy Rolf Eden.

Entdeckt wurde Rolf Zacher zufällig auf der Straße durch den Regieassistenten von Peter Lilienthal. Er absolvierte daraufhin eine Ausbildung an der Schauspielschule „Der Kreis“. Seinen ersten Auftritt hatte Zacher in dem Film „Zu jung für die Liebe?“ im Jahr 1961. Wirklich bekannt wurde er aber erst fast 20 Jahre später in der Rolle des Kleinganoven „Henry“ in „Endstation Freiheit“. Für diesen Film erhielt er 1982 den Bundesfilmpreis in Gold.

Insgesamt spielte Zacher in mehr als 200 deutschen Fernsehfilmen und Serien. Im „Tatort“, „Liebling Kreuzberg“ und „Der Zauberberg“, zuletzt in „Jud Süß – Film ohne Gewissen“ oder auch in der ARD-Telenovela „Rote Rosen“.

Zugleich arbeitete er als Synchronsprecher. So lieh er Robert de Niro in „Hexenkessel“, Gabriel Byrne in „Fräulein Smillas Gespür für Schnee“ und Nicolas Cage in „Wild at Heart“ seine Stimme.

Zacher lebte das Leben bis zum Extrem: Nach dem Drehschluss von „Lautlose Waffen“ kaufte er sich einen Porsche – und baute mit diesem einen schweren Unfall. Dabei wurde sein Rücken verletzt; fortan benötigte Zacher starke Schmerzmittel. Als diese nicht mehr halfen, versuchte er Heroin – und wurde süchtig. Erst zwei Jahrzehnte, 70 Entzugsversuche und mehrere Haftstrafen später schaffte Zacher es, die Sucht zu überwinden.

2016 hatte Zacher seinen letzten großen Auftritt. Damals nahm er an der RTL-Show „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ teil. Aus gesundheitlichen Gründen verließ er das Dschungelcamp aber bereits nach acht Tagen. Damals teilte RTL mit, dass Zacher über Schmerzen geklagt hatte. Deswegen sei er zur medizinischen Kontrolle in ein Krankenhaus gebracht worden.

„Ich liebe die Stadt immer noch“

Bis 2015 lebte Zacher in der Hauptstadt, dann zog er nach Lübeck in Schleswig-Holstein. Der „Bild“-Zeitung sagte er als Begründung: „Es gibt hier kein Mitgefühl mehr. Jeder zieht den anderen ab! Ich liebe die Stadt immer noch. Ich bin doch auch gebürtiger Berliner. Aber man kann hier ja kaum noch auf die Straße gehen, ohne gleich überfahren zu werden. Und wenn du selbst fährst und nicht schnell genug anfährst, dann hast du direkt fünf hupende Autos hinter dir! Es herrscht hier ein Krieg auf den Straßen.“

Im Jahr 2017 zog Zacher weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit in ein Pflegeheim am Nord-Ostsee-Kanal um. Unbestätigten Angaben zufolge soll er an Demenz gelitten haben. Nun starb er in dem Heim bei Rendsburg. Er sei „friedlich gestorben“, so Zachers Lebensgefährtin Blendermann. Die Verabschiedung werde im privaten Kreise stattfinden.

Inga Catharina Thomas

Das große Zacher-Porträt im ROLLING STONE:

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