ROLLING STONE Daily: Die Pop-News vom 28. April 2011


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Ab sofort gibt es bei uns immer werktags die wichtigsten News aus Pop und Kultur und Pop-Kultur. Dabei lohnt es sich, immer mal wieder in den Ticker zu schauen, da er über den Tag regelmäßig ergänzt wird. Die neuen Beiträge werden jeweils an den Anfang gestellt.

Ein sehr schönes Video haben die Herren des britischen Guardian heute online gestellt: PJ Harvey gewährte eine ihrer raren Audienzen und ließ sich in die Arbeit schauen. In diesem Clip erklärt sie, wie sie „The Last Living Rose“ geschrieben hat. Aber die eigentlich Clips zu den einzelnen Songs sind bekanntlich auch recht ansehnlich. Hier sind sie noch einmal gesammelt.

Waren wir noch mit die ersten, die Aufnahmen der Gratiszeitung „The Universal Sigh“ von Radiohead hatten, waren die Kollegen von Stereogum nun recht fix und liefern die ersten Bilder der Deluxe-Ausgabe von „The King Of Limbs“. Käufer des Downloads durften sich in der letzten Woche über zwei nachgereichte Songs freuen, die Radiohead auf einer 7″ zum Record Store Day veröffentlicht hatten. „Supercollider“ und „The Butcher“ hießen die – wieder mal gelungenen Songs – von denen ersterer schon hin und wieder live gespielt wurde. Hier noch mal „The Butcher“, wer ihn verpasst haben sollte.

Gestern wurde noch gemeldet, dass die Strokes im Studio sind, heute hört man schon wieder ein Murren aus dem Bandlager – und zwar von Sänger Julian Casablancas. Der gestand zunächst im „Q“-Magazin, dass es in den ersten Sessions für „Angles“ Streit gab, weil Gittarist Nick Valensi Songs der Strokes für ein Soloalbum verwenden wollte, dann äußerte sich Casablancas kritisch über das Bandgefüge: „Es ist hart für mich. Manchmal denke ich, man würde mich am liebsten von hinten erdolchen.“ Pause. Dann: „Ich mach natürlich nur Spaß. Aber diese ganze ‚Freunde‘-Ding ist gerade anstrengend für mich. Wir geben gemeinsame Interviews und sie zeigen darin mit dem Finger auf mich. Sie sind so gute Freunde, dass alles mein Fehler ist. Wir hätten das Album ‚Frenemies‘ nennen sollen.“ Nun denn – beste Voraussetzungen für die Strokes-Gigs auf den großen Sommerfestivals. Zum Beispiel beim Roskilde, das vom 30.06. bis zum 03.07. stattfindet. Wir werden uns das vor Ort anschauen. Vielleicht geht’s ja wieder zu wie einst auf dem Hurricane:

England dreht bekanntlich momentan durch, weil Kate und William morgen vor den Altar treten werden. Auch bei uns wird man die Hochzeit im Liveticker von Arne Willander verfolgen können. Das dürfte lustig werden. Auch der ein oder andere Musiker äußerte in den letzten Tagen seine Meinung zum Thema. Wie gestern berichtet, amüsierte sich Lily Allen darüber, dass Joss Stone eingeladen wurde und sie nicht. Tyler The Creator, Kopf der momentan heiß gehandelten HipHop-Crew Odd Future sagte nun dem NME, ihm sei die Hochzeit „scheißegal“. Die Band spielt am Freitag einen Gig in einem Londoner Club – und das sei, was für ihn zähle. Songwriter Frank Turner, der schon hin und wieder bei uns Thema war, sagte Spinner hingegen, ihn kümmere die Hochzeit nicht so sehr, wie die Leute, die sich drüber aufregen, dass dort Steuergelder ausgegeben werden. „Das Argument ist ermüdend – keiner bedenkt, wie hoch der Gewinn an Publicity und am Tourismusgeschäft in diesen Tagen ist.“ Deshalb sei die Hochzeit auf seiner Wutliste recht weit unten. Das klingt doch recht versöhnlich für einen eher im Punk verwurzelten Songwriter. Deshalb noch die Fortsetzung des O-Tons: „Ich könnte mich stattdessen stundenlang über die verfickten Politiker aufregen, die momentan dabei sind die Reste unseres Sozialstaates zugrunde  zu richten.“ Unser eigenes Interview mit dem Herrn über sein neues Album „England Keep My Bones“ gibt es in Kürze auf www.rollingstone