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ROLLING STONE Weekender, Freitag-Review: Soul-Beschwörungen und karibischer Rock’n’Roll

Jochen Distelmeyer

Die meterhohen Marshall-Verstärker sind nur gemalt, als der Mann, der einst mit seiner Band Blumfeld die Neunziger-Hymne „Verstärker“ sang, die Bühne betritt. Statt einer Band hat Jochen Distelmeyer einen Keyboarder an seiner Seite. Statt eigener Lieder singt er die anderer Leute.

Von Aztec Camera etwa, von den Bee Gees oder von Britney Spears. Zwischen den Liedern macht er launige Ansagen über Masturbationsfantasien und seine Sexyness und lehrt die Menge, den „coolsten Bandnamen der Welt“, nämlich „Supertramp“, sexier und „aus der Hüfte raus“ zu skandieren. Man müsse ja was lernen bei seinen Konzerten, schließlich sei er Teil der Hamburger Schule gewesen.

Jochen Distelmeyer

Er ist nicht mehr die „Stimme einer Generation“, sondern ein Alleinunterhalter. Aber was für einer! Als Zugabe singt der beste Sänger seiner Generation doch noch „Tausend Tränen tief“, „Wir sind frei“ und Michael Girkes, durch Blumfeld geadeltes „Kommst du mit in den Alltag“ (mit einem Ausflug in Bob Dylans „You’re A Big Girl Now“). Dann beschließt er den Abend mit John Lennons „Free As A Bird“, das die Beatles anderthalb Jahrtzehnte nach dessen Tod präparierten. Es ist rührend und sehr unterhaltsam, wie Distelmeyer sich mit Selbstironie gegen den eigenen Klassikerstatus wehrt.

Maik Brüggemeyer

Rostam

Rostam

Zwei Stunden vor Jochen Distelmeyer stand noch ein etwas unsicher, aber auch zuversichtlich wirkender Sänger auf der Bühne des Baltic Saal. Ob Rostam Batmanglij eines Tages zu Vampire Weekend, einer der prägendsten US-Bands der letzten zehn Jahre, zurückkehren wird? Vielleicht nicht. Dafür bringt Ezra Koenigs Arrangeur nun als Solokünstler jene Musik auf die Bühne, die bei seiner ehemaligen Gruppe live in der Regel nur vom Band kam. Längst überfällig: Ein Streichquartett (Hipsterbärte an den Geigen!) verwirklicht greifbar, sichtbar, hörbar jenes Urban-plus-Klassikfetzen-Feeling, das Vampire Weekend überhaupt erst so groß gemacht hat. Dazu die VW-typischen sumpfigen, abgedumpften Tribal-Drumklänge, die eine Ahnung vermittelten, dass die New Yorker ihre Stadt auch als Dschungel sehen.

"Julia SchwendnerThisIsJulia Photography" FKP Scorpio
Julia SchwendnerThisIsJulia Pho FKP Scorpio


Studie: Musik hilft gegen Depressionen

Wir hatten ja immer schon geahnt, dass Musik glücklich(er) macht: Eine gemeinschaftliche Studie der Queen’s University, Belfast und des Northern Ireland Music Therapy Trust hat nachgewiesen, dass Musikhören auch Depressionen lindern kann. Mehr Selbstbewusstsein und Kommunikationsfähigkeit In der Studie verglichen die Forscher zwei Gruppen aus Kindern und Jugendlichen, die an Depressionen litten. Eine Gruppe erhielt eine konventionelle therapeutische Behandlung, die andere zusätzlich Musiktherapie. Wie sich herausstellte, zeigte jene Gruppe, die auch musiktherapeutische Unterstützung erhielt, ein im Vergleich zur anderen Gruppe deutlich gesteigertes Selbstbewusstsein und spürbar weniger depressive Symptome; zudem verbesserten sich Kommunikationsfähigkeit und Interaktion. Musiktherapie als Behandlungsform benötigt mehr Aufmerksamkeit…
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