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Rolling Stones in Wien: die überlebensgroßen Archetypen des Rock’n’Roll

Es fiel den Rolling Stones auch bei ihrem 14. Österreich-Konzert in ihrer rund fünf Dekaden umfassenden Karriere nicht schwer, das Wiener Ernst-Happel-Stadion binnen kürzester Zeit auszuverkaufen. Das letzte Mal gab man sich 2006 die Ehre, acht Jahre, in denen sich eigentlich wenig geändert hat. Der unsägliche Begriff „Rock-Opas“ saß Kritikern auch schon vor Jahrzehnten recht locker, davon, dass dies „das letzte Mal sein könnte“ sprach man auch schon seit den Achtzigern (für anschließend in die Höhe schnellende Verkaufszahlen seit jeher ja nicht hinderlich), und mal ehrlich: Setlist-Überraschungen stehen bei Jagger, Richards, Wood und Watts auch nur marginal an. Veränderungsresistenz hat aber auch ihr Gutes, und mehr noch: Irgendwie schafften es die Rolling Stones auch an diesem Abend im Wiener Happel-Stadion nicht nur das gewohnte (volle) Programm zu bieten, sondern musikalisch wirklich zu begeistern.

Klar, die Kehrseite des durchschnittlichen Stadion-Rock-Publikums ist freilich, dass Konzerte leicht zu Dienstleistungs-Großevents werden. Undenkbar, säße Jagger und Richards beim Verfassen der Setlist einmal der Schalk im Nacken, und man entschiede sich für ein, zwei obskure B-Seiten anstelle von „Satisfaction“ oder „Sympathy For The Devil“. Stadion-Konzerte  sind Generationen-verbindende Orte des Best-Of-Tourismus. Natürlich sind die Stones auch ihre eigene Lebensform, Archetypen in Überlebensgröße. Und nicht zuletzt so etwas wie ein Riesenkonzern.

Dennoch, bei allem Professionalismus kommt vom gewohnten Opener „Start Me Up“ das Gefühl dessen auf, worauf die Firma fußt: diese beinahe schelmische, jungenhafte Spielfreude am Rock’n’Roll, am Rhythm and Blues. Jeder bei den Stones hat längst seine einzementierte Rolle, und an diesem Abend füllt sie jeder einmal mehr in Bestform aus. Jagger, der Überprofi und Entertainer, durchtrainiert und schlank, in Röhrenjeans und im Dauerlauf. Richards, mittlerweile eher wie ein Miami-Pensionist als ein Pirat gekleidet, mit seiner unfassbaren Coolness, seiner  scheinbaren Nachlässigkeit und seiner Nonchalance. Charlie Watts, der Stoiker. Ronnie Wood, der Sorgsame, der, der Richards mal aushilft, wenn dieser daneben greifen sollte. Und dann natürlich die Riege der Gastmusiker, die den Sound des Kerns nicht nur komplettieren, sondern in der Vergangenheit auch oft aufgefangen haben.



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