Rufus Wainwright erklärt seine fünf Lieblingssongs von Leonard Cohen


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„Playlist Issue“ ist der Arbeitstitel der aktuellen US-Ausgabe des Rolling Stone, in der Prominente ihre persönlichen Playlisten zusammenstellen und kommentieren (

ein Überblick findet sich hier

). Die Auswahl kann sich dabei mehr als sehen lassen: Dave Grohl kompiliert z. B. 80s-Hardcore, Jenny Lewis von Rilo Kiley den kalifornischen Rock der 70er, The Roots‘ ?uestlove nennt seine Prince-Faves, Bono kommentiert seine Lieblingslieder von David Bowie. Und Rufus Wainwright stellt seine persönliche Leonard Cohen-Best of vor – aus der wir hier die Top 5 samt Songs vorstellen.

Wainwright spricht geradezu ehrfürchtig von Leonard Cohen. Aber wer tut das nicht? „Wie perfekt geformte Skulpturen“, seien dessen Songs. Und: „Es ist geradezu quälend, sich als Songwriter seine Musik anzuhören. Aber es ist die Herausforderung wert: Es wird deine Kunst nur besser machen.“ Hier nun Rufus Wainwrights persönliche Top 5:

„Who by Fire“ 1974
„Ich mag es, wie einen der Song reinlegt. Du denkst, du bist in höheren Sphären und dann kommt der Refrain und wirft dich in eine eher profane, unheilvolle Situation. Diese Zeile – ‚And who shall I say is calling?‘ – ich stelle mir dabei immer vor, dass sie jemand im Nebenraum gesagt hat, und Cohen hat sie einfach in seinen Song gepackt.“

Leonard Cohen – Who by fire (Live in London) from Gafitescu Daniel on Vimeo.

„Don’t Go Home With Your Hard-On“ 1977
„Ich bin ein großer Phil Spector-Fan und ich verehre ihn für seine Produktion bei diesem Song. Zu Leonards Songs kann man nur selten tanzen – diese hier ist eine gute Ausnahme.“ Hier leider nur in einer Pre-Spector-Live-Version:

„Death of a Ladies‘ Man“ 1977
„Ich halte es für seinen persönlichsten Songs. Es trifft das Gefühl eines Mannes, der am Ende seiner sexuellen Kräft steht und genau deshalb noch sexier ist.“ (Leider kein Video oder Stream vorhanden.)

„A Thousand Kisses Deep“ 2001
„Es geht um die nie endenden Leiden der Liebe und darum, dass man ihr Sklave ist – aber ein glücklicher. Ich bin gut mit Leonards Tochter befreundet, und als er es geschrieben hat, war ich gerade bei ihnen zuhause.“

„Sisters of Mercy“ 1967
„Ich lese diesen Song wie eine Geschichte über einen Ritter auf der Suche nach dem Heiligen Gral, der auf seinem Weg in ein Kloster voller geiler Nonnen gerät. Eine relgionsübergreifende Geschichte – genau das, was wir heutzutage brauchen.“