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Die Streifenpolizei - der Podcast für Film & Serien vom Rolling Stone & Musikexpress
Highlight: Bizarr, lustig, peinlich: 34 Fußball-Hymnen

Samy Deluxe: „Fußball ist der Inbegriff des Rassismus“

Samy Deluxe sagt, dass Fußball der „Inbegriff des Rassismus“ ist. Der Sport sei „die salonfähigste Art, Rassismus in Deutschland zu promoten.“

Die Gesellschaft selbst vermittle, dass es für einen Fan normal sei, einen Verein über den anderen zu stellen. „Mit derselben Logik könnte man auch meinen, dass die eigene ,Rasse‘ überlegen ist“, teilte der Rapper der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ mit.

Früher ein bekennender Nichtwähler, fordert Samy Sorge, der afrikanische Wurzeln hat, nun zu politischer Teilnahme auf.  Er befürchtet weitere Wahlerfolge der AfD.

Kooperation

Der 41-jährige sieht eine „Doppelmoral“ in der Bewertung von Gewalt – „Wenn nach einem Spiel irgendwelche Prügeleien ausbrechen, wird nie der Fußball dafür verantwortlich gemacht. Wegen solcher Vorfälle wurde noch nie ein Verein verboten.“ Anders ginge man bei Musikauftritten vor: „Aber wenn zum Beispiel bei zwei oder drei Rap-Konzerten in Hamburg Leute abgestochen werden, würde es dort nie wieder solche Konzerte geben. Fußball hat einfach einen krassen Freifahrtschein.“

Samy Deluxe: Kritik an seiner Sicht

Während auf seiner offiziellen Facebook-Seite Ruhe herrscht, wird Samy Deluxe wegen seiner Meinung zur Wirkung von Fußballkultur auf anderen Seiten durchaus angegangen.

„So sehr ich Samy Deluxe an sich schätze, das ist Blödsinn“, schreibt ein User (s.u.). „Man kann durchaus Fußballfan einer Mannschaft sein und trotzdem anderen Vereinen den nötigen Respekt entgegenbringen. Der Vergleich hinkt da doch gewaltig!“

Ein anderer schreibt, etwas besonnener: „Einen Verein kann man auch ruhig über den Anderen stellen. Das ist harmlos, das ist völlig egal. Einen Menschen aufgrund seiner Ethnie über einen anderen Menschen zu stellen hingegen nicht.“

Anderer springen Samy Deluxe bei: „Die Verrohung und hasserfüllten Sprüche sind mit ein Grund warum ich nicht mehr in Stadien gehe. Wer stellt sich schon gerne neben Leute, die außer Schimpfwörtern für den Gegner nichts anderes können. Früher hatte man die eigene Mannschaft angefeuert, heute versucht man nur noch den Gegner bzw die gegnerischen Fans zu beleidigen… Das ist nicht mein Niveau.“


Fußball-Jahresrückblick: Werden wir je wieder Weltmeister?

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