Santigold im großen ROLLING STONE-Interview: „Ich fühle mich oft wie ein Produkt“


von

Im März 2014, mitten in der heißen Phase der Entstehung ihres dritten Albums, wurde Santi White zum ersten Mal Mutter. Die Geburt ihres Sohns, Radek, hat ihre Sicht auf die Welt verändert, sagt sie. „Nachdem die anfänglichen Ängste überwunden waren, gab es plötzlich so viel Freude in meinem Zuhause. Diese Stimmung wollte ich auch in der Musik spürbar machen.“

Die für ihren Eklektizismus bekannte US‑Produzentin mit dem Künstlernamen Santigold klingt im Jahr 2016 lebensbejahender denn je, reggae- und dublastiger als auf dem gefeierten Debüt von 2008 (damals noch unter dem Namen Santogold) und weitaus entspannter als auf dem Vorgänger von 2013, der mit an M.I.A. und Buraka Som Sistema geschulten Raps und Tribal-Drums bisweilen düster-aggressiv wirkte.


An dieser Stelle findest du Inhalte von YouTube

Um mit Inhalten von YouTube zu interagieren oder diese darzustellen, brauchen wir deine Zustimmung.
Socials aktivieren

Ernste Themen in bunten Gewand

Entgegen aller musikalischen Leichtigkeit dreht sich Santis neues Album inhaltlich jedoch um ernste Themen – und für eine junge Mutter, die hauptberuflich als Musikerin arbeitet, auch um überlebenswichtige. Es geht um Selbstausbeutung, um Musik als Ware und darum, wie man als Künstler heute überhaupt noch überleben soll.

Das Album-Artwork lässt das Konzept bereits erahnen: Für das Cover hat sich die 39-Jährige wie ein Stück Fleisch in Plastikfolie einschweißen lassen, zusammen mit Dingen, die ihr jetziges Leben repräsentieren: Instru­mente, Babyspielzeug, Kleider, Vitamintabletten, eine Discokugel und vieles mehr.

GettyImages-512606666
(Photo by Roy Rochlin/WireImage)

Niemand will mehr für Musik bezahlen

Ihre leeren Augen sind dabei auf ein Preisschild gerichtet, das groß und leuchtend neben ihr auf der Verpackung prangt: „99¢“ als Preis für ein Künstler­leben, „99¢“ als Titel für ein Album, von dem sie sich kaum mehr finanziellen Gewinn verspricht. „Niemand will mehr für Musik bezahlen“, beklagt die Künstlerin, als wir sie zu Hause in Brooklyn erreichen, wo sie zwischen Requisiten für ein Musikvideo sitzt, das eben in ihrer Wohnung abgedreht wurde.

Sie isst einen Bagel und rechnet zwischen den Bissen fast beiläufig und erstaunlich offen mit den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Zwängen ab, die heute das Dasein eines professionellen Popmusikers bestimmen. „99¢“ sei „kein anti­kapitalistisches Manifest“, erklärt Santi White, „sondern einfach eine Bestands­aufnahme, wo unsere Kultur sich gerade befindet“. Zeit für ein Gespräch.



Werbung

Eine wilde Achterbahnfahrt der Gefühle: 5 emotionale Momente in „The Last of Us“

„The Last of Us Part II“ ist ab jetzt für die PlayStation 4 erhältlich – hier erinnern wir an die emotionalsten Momente aus dem ersten Teil.

Mehr Infos
„Star Wars: Die Rückkehr der Jedi-Ritter“: mindestens der drittbeste „Krieg der Sterne“-Film

Die Starpower Harrison Fords im Jahr 1983 demonstrierte allein der zeitliche und personelle Aufwand zur Befreiung seiner Figur Han Solo. Es benötigte sechs hochkompetente Freunde und drei Eskalationsstufen, um den Schmuggler aus den Fängen Jabba The Hutts zu befreien – und rund ein Drittel der gesamten Spielfilmzeit der „Rückkehr der Jedi-Ritter“. Zuerst kamen C-3PO und R2-D2 in den Palast des Verbrecherkönigs in die Wüste, dann Leia mit Chewie, schließlich Luke. Lando hatte sich den Einlass bereits erschlichen. Sie alle wollten Han helfen. Der hing, eingefroren in eine riesige Tafel aus Karbonit, als Schmuckstück an Jabbas Wand. So viel Aufwand, weil…
Weiterlesen
Zur Startseite