Seattle Calling: The Head And The Heart. Tickets für Exklusiv-Gig gewinnen!


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Viele Bands können heutzutage froh sein, überhaupt einen guten Sänger zu haben. The Head And The Heart aus Seattle gönnen sich den Luxus, gleich drei wunderbare Stimmen aufzubieten. Jonathan Russell, der smarte braungebrannte Bart-Träger ist für das Bluesige, Tiefe, Raspelige zuständig. Der dauerlächelnde Josiah Johnson hat eine eher sanfte, melancholische Stimme und Violinistin Charity Rose Thielen wird leider viel zu selten ans Mikrofon gebeten. Komplettiert wird die Band von Drummer Tyler Williams, Keyboarder Kenny Hensley und Bassist Chris Zasche. Hier spielen und erklären sie für uns ihren Song „Down In The Valley“:

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Wir trafen die Band aus Seattle (bzw. Josiah, John und Charity) vor ihrem tollen Gig im Vorprogramm von The Low Anthem in der Berliner Passionskirche. An diesem Abend dürften sie einige Fans dazugewonnen haben. Wie sie sich in ihre Songs warfen, sich immer wieder für die Chorpassagen an einem Mikro versammelten und wie sie den großen halligen Raum der Passionskirche mit Musik für Kopf und Herz füllten – das hatte schon Klasse. Dass sie dabei manches Mal wie eine andere, sehr bekannte Folkband aus Seattle namens Fleet Foxes klangen – dürfte ebenso helfen. Überhaupt – Seattle. Die Stadt ist, um im Bild zu bleiben, so etwas wie the spine – das Rückgrat – von The Head And The Heart.

Jonathan: „Seattle ist eine unheimliche aktive Musikstadt. Immer noch. Es gibt dort so viele Bands, bei denen man denkt, die könnten das nächste große Ding werden. Trotzdem sind wir sehr glücklich, dass es uns nun erwischt hat, auch im Ausland gemocht zu werden. Aber das ist das schöne an der Szene in Seattle: Es gibt kaum Neid und Missgunst – man unterstützt sich gegenseitig, wo man kann. Gerade das hat für mich diesen Magnetismus ausgelöst, der mich nach Seattle gezogen hat. Und das scheint vielen so zu gehen. Man hat dort das Gefühl, es gäbe keinen Grund, NICHT in einer Band zu sein.“

Charity: „Das Wetter hilft sicher auch. Es ist oft grau und es gibt diesen fiesen Fisselregen. Da bekommt man eher Lust, an seiner Musik zu arbeiten, als rauszugehen. Es ist nicht so, wie in Kalifornien, wo immer der Strand ruft.“

Diesem Magnetismus ist es wohl auch zu verdanken, dass ein Kalifornier (Josuah) und ein Songwriter aus Virginia (Jonathan) sich auf den Open Mic-Abenden der Stadt trafen, um dort mit einer gerade aus Frankreich zurückgekehrten Studentin den Kern von The Head And The Heart zu bilden. Da muss und kann man auch mal fragen, ob Schicksal involviert war…

Josiah: „Ich glaube eigentlich nicht so sehr an Schicksal, aber ich muss mich wohl so langsam an den Gedanken gewöhnen, dass es eine große Rolle gespielt hat…“

Jonathan: „Stimmt. Das Timing scheint einfach so perfekt. Charity kam gerade aus Frankreich wieder, und Josiah und ich trafen uns immer wieder auf Open Mic-Abenden. Und merkten gleich, dass da die Chemie stimmt.“

Aber eine gemeinsame Chemie reichte natürlich noch nicht. The Head And The Heart wirken bei all der Leidenschaft, die aus ihrem Refrain- und Chor-reichen Americana-Folk klingt, durchaus entschlossen, die Band nach vorne zu bringen. Kein Wunder, denn irgendwie haben sie damit alles auf eine Karte gesetzt – ihre Musik.

Jonathan: „Bei mir kam diese Einsicht kurz bevor ich nach Seattle gezogen bin. Ich hatte diese Fuck You-Attitüde – einfach mal das ständige Rechnen sein zu lassen und auf die Musik zu setzen! Ich war frustriert in meiner alten Heimat, weil meine Amibtionen die meiner Freunde weit zu überragen schienen. Ich weiß, ich bin nun auch nicht sooo gut, aber diese Rumeinern dort – das konnte es doch auch nicht sein. Mir fehlte schlichtweg die Herausforderung. Also zog ich nach Seattle, obwohl ich dort keinen kannte. Ich wollte wieder Angst haben vor etwas Neuem. Immer noch besser, als bis 37 jeden Abend auf dem Sofa zu sitzen und mir dann den Strick zu nehmen.“

Josiah: „Es gab diesen Punkt, an dem wir einfach gezwungen waren, entweder alles auf eine Karte zu setzen, oder es sein zu lassen. Jeder von uns hatte nach und nach seinen Job verloren, weil kein Chef der Welt es mitmacht, dass du ständig fehlst, um zu touren oder deine Band voranzubringen.“

Jonathan: „Ja. Und wir waren alle an diesem Punkt. Das macht auch diese besondere Verbindung aus. Ich dachte bei den anderen sofort: „Die verstehen dieses Ding. Die wollen’s auch.“

Charity: „Wir alle haben zig Leute, die einen Fuß im 9to5-Leben hatten und dann noch nebenher versuchten, sich der Musik zu widmen. Bei uns war’s so, dass wir merkten, wir wollen nun den Schritt in die eine Richtung machen – hin zur Band.“

Das sollte die richtige Einstellung sein für einen Karrierestart. Und die ersten Reaktionen auf ihre Songs und vor allem auf ihre Live-Shows, weisen schon mal in die richtige Richtung.

Deshalb freuen wir uns sehr, dass wir den exklusiven Auftritt im Rahmen des Amazon-Newcomer-Konzert (mit-) präsentieren können. Karten für dieses Abend im Berliner Ballhaus Mitte am 14. April gibt es nicht im Handel. Wir haben jedoch ein Kontingent von 25×2 Tickets für unsere Leser sichern können. Wer hin möchte, der schreibe eine Mail an verlosung@www.rollingstone mit dem Stichwort „The Head And The Heart“. Weitere Infos zur Veranstaltung gibt es hier auf der Amazon-Website.

Die Band selbst liest übrigens auch gern auf Tour, weshalb der Amazon-Abend eigentlich eine logische Entscheidung ist. Hier die Buchempfehlungen unser drei Interviewpartner:

Jonathan: „Ich lese zum Abschalten gerne schrottige Pulp-Western. Aber das Buch, das ich jedem ans Herz legen würde, wäre „Bound For Glory“ – die Autobiographie von Woody Guthrie.“

Charity: „Ich verfalle immer wieder den Klassikern – John Steinbeck zum Beispiel. Aber meine Empfehlung wäre „Der lange Weg zur Freiheit“ von Nelson Mandela.

Josiah: „Mein liebstes Buch für alle Zeiten bleibt „Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins“ von Milan Kundera. Wenn man nur ein Buch im Leben liest, dann sollte es dieses sein.“