Shirin David provoziert mit „LDNB“: Angriff auf Merz, Gottschalk und die Szene
Mit „LDNB“ liefert Shirin David den bisher härtesten Diss ihrer Karriere – inklusive Netflix-Doku-Beef und Kritik von Nina Chuba. Jetzt alle Details lesen.
Mit ihrem neuen Track „LDNB“, einer Zusammenarbeit mit dem Wedding-Rapper Davut Altundal alias AK Ausserkontrolle, meldet sich Shirin David lautstark zurück.
Seitenhiebe gegen Politik und Unterhaltung
Dabei lässt es die Rapperin mal wieder mächtig krachen. Der Text beginnt mit den üblichen Bling-Bling-Protzereien: „Ich mach‘, ich mach‘, ich mach‘ so viel Geld, doch bei dir läuft es beschissen. Du bist nur ein Kelb und ich lass‘ es alle wissen …“ Das Wort „kelb“ ist eine arabische Adaption und bedeutet abwertend „Hund“.
Das Sujet ist geprägt von Seitenhieben gegen prominente Persönlichkeiten aus Politik und Unterhaltung. Besonders eine Zeile dürfte für Diskussionen sorgen:
„Dürfte ich eine Frage an unseren Kanzler stell‘n / Wenn wir heiraten, darf ich Sie dann vergewalti—?“
Die Zeile ist als Anspielung auf Friedrich Merz zu verstehen, der 1997 gegen einen Gesetzentwurf stimmte, der Vergewaltigung in der Ehe unter Strafe stellen sollte — eine Entscheidung, die er später relativierte. Davids Zuspitzung greift diesen historischen Kontext auf und übersetzt ihn in eine bewusst grenzüberschreitende, künstlerische Provokation.
Spitze gegen Thomas Gottschalk
Auch im Entertainment-Bereich teilt die Rapperin aus. Über Thomas Gottschalk rappt sie:
„Thomas hat endlich abgedankt bei Wetten, dass..? Das sind zwei Gründe zu feiern, bald kommt Fero aus dem Knast.“
Damit knüpft sie an eine länger schwelende öffentliche Spannung zwischen den beiden an. Seit einem TV-Auftritt 2023, bei dem Gottschalk ihre Spielart des Feminismus infrage stellte und sie mit „Warum denn nicht?“ konterte, gilt das Verhältnis als angespannt. Bei dem erwähnten Fero handelt es sich um den kosovarisch-albanischen Rapper Feronit Shabani (nicht zu verwechseln mit Fero47), der wiederholt mit dem Gesetz in Konflikt geraten ist.
Netflix-Doku und Kritik aus dem Rap-Lager
Nach mehreren Wochen Studioarbeit in Thailand kündigte David in verschiedenen Boulevardmedien an: „Ich hab einiges zu erzählen.“ Begleitend erschien eine Dokumentation über ihr Leben beim Streamingdienst Netflix.
Diese Doku von Ende März 2026 blieb jedoch nicht ohne Widerspruch aus dem deutschen Rap-Lager. Nina Chuba äußerte in ihrem Podcast deutliche Kritik an Davids Darstellung von Prominenz und Öffentlichkeit. Besonders die Szenen über eingeschränkte Bewegungsfreiheit durch Stalking seien aus ihrer Sicht überzeichnet.
„Als öffentliche Person in Deutschland kannst du wirklich überall hingehen. Du kannst an den Bahnhof gehen, zum Sportkurs, zum Friseur, du kannst einkaufen gehen. Vor allem in Berlin — nobody cares“, widersprach Chuba Davids Schilderungen. Sie sei „weltfremd“ und abgehoben. Solange man sich in Sportswear-Zivil einkleide, ginge das immer, so die 27-jährige Berlinerin.
Der Einschätzung ihres Podcast-Kollegen Momme Hitzemann, David sei eine „Queen“, wollte Chuba nicht folgen.
Kalkulierte Provokation
So entsteht rund um den Diss-Track „LDNB“ ein schillerndes Bild: eine kalkulierte Provokation, getarnt als politischer Kommentar — und damit ein Katalysator schwelender Konflikte innerhalb der bisweilen reichlich eitlen Promi-Rapper-Szenerie.