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Blackout Tuesday

Slime: Warum wurde „Bullenschweine“ erst im Mai 2011 indiziert? Eine Spurensuche

Elke Monssen-Engberding klingt ernsthaft aufgebracht: „Was will man bei diesem Stück denn eigentlich nicht überpiepsen?“ Dabei müsste die Leiterin der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien in Bonn, eine Juristin mit resolutem Tonfall, doch halbwegs abgehärtet sein von all dem Schweinkram, der täglich über die Tische der Behörde kriecht. Aber dann geht sie noch einmal kurz den Liedtext von „Bullenschweine“ durch, dem alten Song der Hamburger Punkband Slime: „Ein Drittel Heizöl, zwei Drittel Benzin/ Wie ’68 in Westberlin/ Diese Mischung ist wirkungsvoll/ Diese Mischung knallt ganz toll/ Wir wollen keine Bullenschweine!“ Und dann, falls es einer noch nicht gemerkt hat: „Dies ist ein Aufruf zur Gewalt/ Bomben bau’n, Waffen klau’n/ Den Bullen auf die Fresse hau’n …“

Tatsächlich existieren Fassungen des Songs, „*Schweine 2003“ oder „Wir wollen keine“, bei denen Störtöne über den möglicherweise anstößigen Wörtern liegen, die Slime-Sänger Dirk Jora heiser hechelt. Es gibt Coverversionen, eine von den Absoluten Beginnern, in der Jan Delay „Wir wollen keine, keine, keine …“ wiederholt. Eine von Fischmob mit hochgepitchten Singstimmen, die so albern klingen, dass die Aggression zum Kasperltheater wird. Aber es ändert nichts daran: „Bullenschweine“, diesen stumpfen, plakativen Klassiker des deutschen Punk, 1980 veröffentlicht, zehntausendfach auf Straßen, in Stadien und durch schwarze Sturmhauben hindurch gegrölt, kriegt man durch Teilzensur nicht in den Griff. Den kann man nur dulden, verdauen, niederargumentieren. Oder: wirklich ganz verbieten.

„Der Text ist ein einziger Aufruf zur Gewalt“, fasst Bundesprüfstellenleiterin Monssen-Engberding zusammen. Wasserdicht formuliert: „Durch die eindeutige Verächtlichmachung, Diskriminierung, Beschimpfung von Polizeibeamten und die Aufforderung, diese zu töten, ist nach Auffassung der Beisitzer das Tatbestandsmerkmal des § 130 Abs. 1 StGB erfüllt.“ So steht es in der Indizierungsentscheidung 9801 der Bundesprüfstelle, abgedruckt im Bundesanzeiger-Rundbrief Nummer 83, in dem regelmäßig die Neuzugänge auf der Schwarzen Liste vermeldet werden. Datum: 10. Mai 2011. Kaum einer hat’s gemerkt – zusammen mit der EP „Fleischfestival“ der Dark-Metal-Band Eisregen und DVDs wie „Die weiße Göttin der Kannibalen“ und „Viele Gesichter hat der Tod“ sind Slime mit dem „Bullenschweine“-Song auf dem deutschen Index gelandet, mehr als 30 Jahre nach der Veröffentlichung. Wieder, will man spontan ergänzen. Dass Slime, 1994 aufgelöst, 2010 zurückgekehrt, immer Ärger mit der sogenannten Zensur hatten, gehört ja fest zum Mythos der Band.



Die besten Musiker aller Zeiten: The Clash – Essay von The Edge (U2)

The Clash Von The Edge Tausende Garagenbands in ganz Irland und Großbritannien sind nur wegen The Clash entstanden. Sie live zu sehen war für U2 und viele andere aus unserer Generation ein Ereignis, das unser Leben verändert hat. Man kann’s nicht anders beschreiben. https://www.youtube.com/watch?v=1nX_SZPZSsk Ich erinnere mich noch lebhaft daran, wie ich The Clash das erste Mal sah. Das war im Oktober 1977 in Dublin. Sie tourten mit ihrem ersten Album und spielten in einem 1200 Leute fassenden Saal im Trinity College. Dublin hatte so was noch nie erlebt Der Auftritt schlug mächtig Wellen, und ich treffe heute noch Leute…
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