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Die besten Musiker aller Zeiten: The Clash – Essay von The Edge (U2)


von

The Clash

Von The Edge

Tausende Garagenbands in ganz Irland und Großbritannien sind nur wegen The Clash entstanden. Sie live zu sehen war für U2 und viele andere aus unserer Generation ein Ereignis, das unser Leben verändert hat. Man kann’s nicht anders beschreiben.

Ich erinnere mich noch lebhaft daran, wie ich The Clash das erste Mal sah. Das war im Oktober 1977 in Dublin. Sie tourten mit ihrem ersten Album und spielten in einem 1200 Leute fassenden Saal im Trinity College. Dublin hatte so was noch nie erlebt Der Auftritt schlug mächtig Wellen, und ich treffe heute noch Leute – DJs oder Musiker –, die im Musikbusiness sind, weil sie dieses Konzert gesehen haben.

U2 waren damals noch eine ganz junge Band. Und völlig von den Socken. Wir fragten uns: Warum machen wir Musik?

Sie zeigten uns, was man brauchte

Worum zum Teufel geht’s dabei überhaupt? Die Mitglieder von The Clash waren ja wahrlich keine Weltklassemusiker, aber Krach schlagen, das konnten sie, das war unüberhörbar – die pure, körperliche Energie, die Wut, die Überzeugung. Sie waren in jeder Hinsicht ungehobelt, und sie machten keinen Hehl draus, dass es ihnen um viel mehr ging als um präzises Spiel und sauber gestimmte Instrumente. Das war nicht nur Entertainment. Es ging um Leben und Tod. Durch sie konnten auch wir uns ernst nehmen. Ich glaube, wir wären kaum die Band geworden, die wir sind, hätten wir nicht dieses Konzert und diese Band erlebt. Sie zeigten uns, was man brauchte. Und es ging allein ums Herz.

Bono und The Edge 1987
The Edge und Bono im Wembley-Stadion 1987

Die sozialen und politischen Themen der Songs waren sehr inspirierend – für U2 jedenfalls. Es war ein Weckruf: Macht euch schlau, regt euch auf, werdet politisch und dann sprecht es aus, und zwar laut. Wobei interessant ist, dass die Clash-Mitglieder total unterschiedliche Typen waren. Paul Simonon kam von der Kunstschule und Joe Strummer aus einem Diplomatenhaushalt. Aber man spürte deutlich, dass sie Waffenbrüder waren. Sie waren sich total einig, sie schimpften über Ungerechtigkeit, auf ein System, das sie einfach gründlich satt hatten. Und von dem sie fanden, es müsse weg.

Ein Jammer, dass es The Clash nicht länger gab. Ihre Musik ist zeitlos. Es steckt so viel Kampfgeist drin, so viel Seele, dass sie einfach nicht altert. Man hört sie heute noch in Green Day und No Doubt, Nirvana und den Pixies, und natürlich in U2. Bei The Clash hatte man nie das Gefühl, dass sie mal den Gang rausnahmen. Sie meinten es ernst. Das hört man.

Peter Still Redferns

Tom Petty: Nostalgie-Video zu „Drivin’ Down To Georgia“

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