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Blackout Tuesday

So war das Dockville Festival 2012: Staub, Glitzer und Schiffscontainer

„Freiheit und Gerechtigkeit‘, sagte verächtlich der Vicomte (S. 26)“ – irgendeiner der über 22.000 Festivalbesucher wird am vergangenen Wochenende diesen Satz aus Leo Tolstois „Krieg und Frieden“ auf dem Arm, dem Rücken oder einem anderen Körperteil übers Gelände getragen haben und wurde so Teil des großen russischen Romans „Krieg und Frieden“, des Kunstprojekts „Krautzungen“ und Teil der Dockville-Idee Kunst, Literatur und Musik zusammenzubringen. Denn auch wenn das Motto des Jahres lautete „Entweder. Oder.“, lässt sich das Dockville seit Beginn an auf keine der beiden Seiten schieben, sondern vereint ein vielfältiges Musikprogramm mit Installationen, Interventionen, Performances und Literatur.

Ein Happening, das dieses Jahr zum Glück nicht wie im vergangenen in Gummistiefeln stattfand, sondern die FlipFlops auf das von Sommerstimmung und Staubwölckchen umwehte Festivalgelände brachte.

Nachdem am frühen Freitagnachmittag die Flensburger Onemillionsteps und die Hamburger We Are Alaska die ersten Festivalbesucher zu den Bühnen lockten, ging es mit den Oberöstereichern Bilderbuch weiter. Vertonte das Quartett zu Beginn – dem Bandnamen huldigend – vorwiegend Kinder- und Märchenbücher, kümmern sie sich inzwischen um ihre eigene Lyrik, die sie mit kraftvollen Indie-Gitarrenriffs und charmant österreichischen Dialekt ausmalen. „Joghurt auf der Bluse? Eine Katastrophe. So geht das nicht“, singt Maurice Ernst und verleitet das noch ankommende Publikum zu den ersten Tanzbewegungen des Nachmittags, um es kurz darauf mit ebenso tanzbarer Aggressionsbewältigung: „Ich möchte deinen Kopf abbeißen“ zu entlassen.

Im Maschinenraum, an der anderen Seite des Festivalgeländes, machen sich derzeit Vierkanttretlager mit Soundcheck-Gesängen startklar. Der Maschinenraum, der dieses Jahr erstmals kein Raum, sondern eine halb überdachte Bühne vor Schiffscontainern ist, ist zudem schon mit passender Kulisse bestückt: Ein hölzerner 3-Master ziert das Bühnenbild, das die Husumer in maritimen Seemanssklamotten kurz darauf passend komplettieren. Bereits 2009 spielte die Band auf dem Dockville. Damals noch ohne Album als vielversprechende Schülerband, die Hamburger Schule-Referenz im Pressetext, haben sie sich in den vergangenen Jahren wahrlich in Schale geschmissen. „Die Natur greift an“ heißt ihr Debüt, auf dem sie irgendwie viel zu alt für ihr Alter, mit der Weisheit eines Seebärens, vom Kampf mit den Strömungen des Lebens erzählen, kurz in jugendliche Euphorie abgleiten, um dem Publikum trotz einem Haufen Fragen das Gefühl zu geben, dass sie ganz genau wissen, wo sie als Band stehen. „Ich bin Mensch, ich muss so sein“ singt Max Leßmann und steht dabei am Bühnenrand, mit der Haltung einer Gallionsfigur und grimmigem Blick irgendwo nach schräg oben. Zum in Melancholie schwelgenden „Photoalbum“ nimmt dann der Akkordeonspieler Platz auf dem 3-Master-Heck. Doch trotz aller stirnrunzelnden Ernsthaftigkeit zeigen sie auch pure Spielfreude – die spätestens bei der Hymne „Wir sind Gold“ aus jeder Pore bricht.



Berichte: Großveranstaltungen bis 31. August grundsätzlich untersagt

Großveranstaltungen sollen wegen der Corona-Pandemie bis zum 31. August grundsätzlich untersagt werden - auch Fußballspiele sind davon betroffen. Die Ministerpräsidenten der Länder und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) einigten sich nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch bei einer Schaltkonferenz auf dieses prinzipielle Verbot. Konkrete Regelungen, etwa zur Größe der Veranstaltungen, sollen durch die Länder getroffen werden. Das würde für Musikveranstaltungen bedeuten: Nahezu die komplette Open-Air-Saison, also auch die Festivalsaison, als auch Hallenkonzerte ab einer bestimmten Größe fielen ins Wasser. Wobei eben noch zu klären wäre, was unter „Großveranstaltungen“ zu verstehen ist – ob also Liveauftritte in Clubs noch möglich wären.…
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