Sophia Loren, wie Alfred Eisenstaedt sie sah
Sophia Loren durch die Linse von Alfred Eisenstaedt – Welche Persönlichkeit verbarg sich hinter dem Filmstar?
Sophia Loren, 91, ist die berühmteste lebende italienische Schauspielerin, nein: Italienerin der Welt. Jetzt, nach dem Tode Brigitte Bardots, der berühmteste lebende Schauspielstar Kontinentaleuropas. Eine Frau, die sich, anders als viele Schauspielerinnen höheren Alters, nie aus der Öffentlichkeit zurückgezogen hat. Wahrscheinlich existieren sogar mehr Fotos von ihr aus der Zeit nach Ausdünnung ihrer Schauspielkarriere ab den Nullerjahren als zur Hochzeit ihrer Popularität in den 1950er- und 1960er-Jahren.
Für ihr Image als Darstellerin mit Durchsetzungsfähigkeit, Witz und Intelligenz – im Italien damaliger Jahre kein vorherrschendes Frauenbild – zeichnet vor allem der Fotograf Alfred Eisenstaedt verantwortlich. Sie lernten sich 1961 kennen, und der gebürtige Westpreuße, einer der seinerzeit gefragtesten Fotoreporter, wurde ihr Begleiter.



Alte Bilder, neu digitalisiert
Die vorliegende „Collector’s Edition“ von „Sophia by Eisenstaedt“ vereint rund zweihundert Fotografien aus den 1960er- und 1970er-Jahren. Der überwiegende Teil dieser Aufnahmen war bislang unveröffentlicht, stammen aus den „Life“-Archiven und wurden neu – behutsam und im besten Sinne nicht erkennbar – digitalisiert (der hohe Preis des Bildbands begründet sich auch in der Exklusivität – Sophia Loren hat jedes Exemplar signiert).
Filmsets, Familie und Rückzug ins Private
Neben dem Filmset richtet Eisenstaedt den Blick auf das private Umfeld der Schauspielerin: ihr Elternhaus nahe Neapel, ihr Familienleben mit Carlo Ponti sowie Momente rund um die Geburt ihrer Söhne.
Die Film-Fotos wiederum zeigen Sophia Loren bei Dreharbeiten zu Filmen wie „Madame“ (1961), „Ehe auf italienisch“ (1964) und „Die Gräfin von Hongkong“ (1967), auch Begegnungen mit Marcello Mastroianni, Marlon Brando und Charlie Chaplin sind hier versammelt. Spoiler: Eines der berühmtesten Loren-Fotos – ihr scheinbar neidischer Seitenbblick auf Jayne Mansfield bei einer Hollywood-Party 1957 – ist hier nicht vertreten, es stamm auch nicht von Eisenstaedt, sondern Joe Shere. So ein Foto hätte Eisenstaedt aber wohl auch nicht gemacht.
- Sophia by Eisenstaedt
- Hardcover in einer Schlagkassette, 28.6 x 38.8 cm, 3.61 kg, 268 Seiten
- € 850
- Von Sophia Loren signierte Collector’s Edition (No. 201–1.200)
- Auch erhältlich in zwei Art Editionen mit signiertem Print (No. 1–200)