Spotify führt süchtig machenden Endlos-Feed ein


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Man kennt es von TikTok, Instagram oder Facebook: Wer sich einmal dem Scrollen hingibt, verliert sich schnell in den reißenden Strömen der Content-Gewässer. Tatsächlich sind soziale Medien in ihrer Anlage bewusst dafür geschaffen, süchtig zu machen. Mit der neuen „What’s-New“-Funktion hat nun auch Streaming-Anbieter Spotify einen Weg gefunden, seinen Nutzer*innen mehr Bildschirmzeit zu entlocken.

Das „What’s-New“-Feature (als kleines Glockensymbol in der App sichtbar) wird Spotify-Nutzer*innen künftig mit konstanten personalisierten Updates zu Album- und Podcast-Veröffentlichungen versorgen. Wer die Streaming-App schon länger nutzt, weiß, wie treffsicher der Algorithmus beim Vorschlagen neuer Musik ist.

User-Engagement um jeden Preis

Kritiker*innen sehen in der neuen Funktion mehr Kalkül als Service-Gedanken und werfen Spotify vor, seine Abonnenten „abhängig“ machen zu wollen. Insbesondere das Senden von Benachrichtigungen löse ein Gefühl von Dringlichkeit und zugleich das Bedürfnis aus, dieses durchs Draufklicken aufzulösen.

Social-Media-Vorreiter Facebook machte sich derlei psychologische Tricks schon früh zu Nutze – schaltete aufgrund massiver Kritik in den letzten Jahren mit den Benachrichtigungen aber einen Gang runter.

Während sich andere Anbieter also bereits (vermeintlich) von manipulativen Funktionen trennen, geht Spotify in die Offensive. User-Engagement (Nutzer*innenbindung) ist so etwas wie die Währung der Plattformen – man kann die neue „What’s-New“-Funktion also durchaus als Investment sehen. Wer dabei wohl am Ende zahlt?