Tarantinos Theaterstück: Vom Kino-Giganten zum West End
Tarantino schreibt eine Boulevardkomödie fürs West End – und plant daraus womöglich seinen letzten Film. Alle Infos zum überraschenden Theaterprojekt.
Mehr als drei Jahrzehnte hat Quentin Tarantino dem Weltkino entscheidende Impulse verpasst – mit stilprägenden Filmen wie „Reservoir Dogs“, „Pulp Fiction“ und zuletzt „Once Upon a Time in Hollywood“. Zuletzt folgten persönliche Moves in Richtung Israel, wo seine Familie (teilweise) lebt.
Boulevardkomödie im West End
Nun scheint der Regisseur ein neues Terrain anzupeilen: Laut Berichten verschiedener UK-Medien arbeitet Tarantino an seinem ersten Bühnenstück, das voraussichtlich Anfang 2027 im Londoner Theaterviertel West End Premiere feiern soll.
Die Produktion wird als „old-fashioned British farce“ beschrieben – eine klassische britische Boulevardkomödie im Stil von „Noises Off“, die der Dramatiker Michael Frayn Anfang der 1980er erdachte.
Der demnächst 63-Jährige (27. März) soll das Stück nicht nur geschrieben haben, sondern auch selbst inszenieren. Eine konkrete Spielstätte steht zwar noch nicht fest, doch aufgrund seiner Bühnenvielfalt gilt das Londoner West End als gesetzt.
Erstmals sprach Tarantino Anfang 2025 öffentlich darüber. Damals erklärte er in einem Interview: „Wenn ihr wissen wollt, woran ich gerade arbeite: An einem Theaterstück. Sehr wahrscheinlich das nächste Projekt, das ich realisiere.“
Sprungbrett zum letzten Film?
Das Projekt könnte auch eine strategische Rolle in Tarantinos heiß diskutiertem Karriereplan spielen. Der Regisseur hat mehrfach betont, seine Filmografie nach seinem zehnten Spielfilm beenden zu wollen. Sollte das Theaterstück erfolgreich sein, könne daraus womöglich sein Abschiedsfilm entstehen: „Wenn es ein Fiasko wird, mache ich natürlich nichts daraus. Aber was, wenn es ein großer Hit ist? Dann könnte daraus mein letzter Film werden“, sagte er.
Fincher dreht Tarantinos Geschichte
Während Tarantino selbst derzeit nicht hinter der Kamera steht, bleibt sein Name im Kino präsent. Eine Fortsetzung zu „Once Upon a Time in Hollywood“ ist bereits in Arbeit – allerdings unter der Regie seines Kollegen David Fincher (63). Der Film mit dem Arbeitstitel „The Adventures of Cliff Booth“ bringt Brad Pitt erneut in der Rolle des Stuntmans Cliff Booth zurück und basiert auf einem Drehbuch Tarantinos. Die Veröffentlichung ist noch für 2026 bei Netflix geplant.
Zum Ensemble gehören unter anderem Carla Gugino, Yahya Abdul-Mateen II, Timothy Olyphant und Scott Caan. Leonardo DiCaprio wird hingegen voraussichtlich nicht als Schrägo-Schauspieler Rick Dalton zurückkehren.
Das eigene Abschiedsprojekt bleibt ungeklärt
Parallel dazu blieb Tarantinos eigenes Abschiedsprojekt lange im Nebel. Sein ursprünglich geplantes zehntes Werk „The Movie Critic“ wurde nach mehreren Drehbuch-Runden und Verzögerungen bis auf Weiteres eingestellt.
Ob Tarantinos Londoner Theater-Komödie nun tatsächlich den Weg zu seinem finalen Film ebnet, bleibt offen. Sicher ist nur: Selbst wenn er dem Kino irgendwann den Rücken kehren sollte, scheint Tarantino noch lange nicht fertig mit dem Erzählen von steilen Geschichten zu sein.