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Ennio Morricone in der Soundtrack-Welt des Quentin Tarantino


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Morricone in der Soundtrack-Welt von Quentin Tarantino

Wenn Quentin Tarantino später auf seine Karriere zurückblickt, wird er vielleicht weder die zwei Drehbuchoscars noch die Goldene Palme von Cannes und nicht mal den Ruf, der begabteste Geschichtenerzähler seiner Generation zu sein, als seinen größten Triumph sehen. Gut möglich, dass er stattdessen auf seine Zusammenarbeit mit Ennio Morricone verweist. 2015 war es dem Regisseur endlich gelungen, den damals 87-Jährigen als Komponisten zu gewinnen. Nicht nur für einen neuen Song – den hatte er ihm mit „Ancora qui“ schon 2012 für „Django Unchained“ abluchsen können. Der Italiener schrieb für „The Hateful Eight“ einen kompletten Score, seine erste Hollywoodarbeit seit über einem Jahrzehnt. Tarantino hat die Liedtitel aus Ehrfurcht sogar in der Originalsprache belassen: Was „La musica prima del massacro“ heißen könnte, versteht natürlich dennoch jeder.

Der Regisseur verehrt Morricone, vor allem dessen Spaghettiwestern-Werke der Sechziger. Gern wählt er von der Gitarre getragene Duellmusik mit Chören (wie „L’arena“ in „Kill Bill – Volume 2“, im Original aus „Die gefürchteten Zwei“). Tarantino inszeniert seit den Nullerjahren selbst High-Noon-Dramen, er bietet Kulissenkino mit Westernshowdowns, unabhängig davon, in welcher Zeit und in welchem Land sie spielen. Ob nach dem Mexican Stand­off im von den Nazis besetzten Frankreich („Inglourious Basterds“) oder bei Samurai­schwertkämpfen in japanischen Traumwelten („Kill Bill“): Früher oder später schwirrt eine Todesmelodie von Morricone durch den Raum.


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Seit „Kill Bill“ von 2003 wachsen die orchestral-instrumentalen Anteile pro Film, es gab, bis Tarantino mit „Once upon a Time … in Hollywood“ wieder zu den Autoradio-Stücken zurückkehrte, immer weniger Songs. Dabei begründete Tarantino mit seinen ersten beiden Filmen, „Reservoir Dogs“ und „Pulp Fiction“, einen bis heute gewichtigen Trend: Er popularisierte Song-Scores, deren Lieder nicht extra komponiert wurden, sondern eine kluge Auswahl von Klassikern und Unbekanntem enthielten, die dem Film erzählerisch ebenbürtig ist. Die Stücke aus „Pulp Fiction“ vertiefen die Handlung – nur „Trainspotting“ von Danny Boyle sollte es zwei Jahre später ähnlich grandios hinbekommen. Wer unter 40 ist, assoziiert Al Greens „Let’s Stay Together“ immer mit „Pulp Fiction“ – und den Anweisungen, die der Drogenboss Marsellus Wallace dem stolzen Boxer Butch gibt.



Nach Tod von Komponist Ennio Morricone: Tele 5 ändert sein Programm

Der Privatsender Tele 5 hat bekannt gegeben, dass sie den Western-Klassiker „Spiel mir das Lied vom Tod“ bereits am 11. Juli 2020 zeigen werden. Damit hat der Sender die ursprünglich geplante Ausstrahlung um eine Woche nach vorne verschoben. Der Sender will so an den verstorbenen Filmkomponisten Ennio Morricone erinnern. Der Musiker wurde 91 Jahre alt. Der zweifache Oscarpreisträger starb nach Angaben der Deutschen Presse Agentur am Montag, den 6. Juli 2020 in einer Klinik in Rom. Er galt als einer der einflussreichsten Musiker des 20. Jahrhunderts. Seine Musik untermalte mehr als 500 Filmproduktionen, darunter „Zwei glorreiche Halunken“ von Sergio Leone,…
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