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The Fresh And Onlys: „Klingt narzistisch, aber: Wir finden unser Album toll!“

The Fresh And Onlys aus San Francisco, sind Sänger und Gitarrist Tim Cohen, die Bassisten Shayde Sartin, Wymond Miles und Schlagzeuger Kyle Gibson. In den USA haben die vier bereits drei Alben veröffentlicht. Heute erscheint ihr viertes Album „Long Slow Dance“ auch bei uns. Kollege Wolfgang Doebeling vergab in seiner August-Kolumne „Freispiel“ dreieinhalb Sterne für „Long Slow Dance“: „Die Garage in San Francisco ist nurmehr blasse Erinnerung, ein einsamer Twang und die paar knausrig eingestreuten, etwas beherzteren Rhythmus-Akkorde ändern nichts am Gefühl überwältigender Melodieseligkeit.“

Wir trafen Tim Cohen und Shayde Sartin zum Gespräch in Berlin. Cohen, dessen blaue Baseballkappe das zerzauste Haar nur partiell glätten kann, kaut an einem Keks. Seine Finger sehen aus, als hätte er seit mehreren Stunden an einem Auto geschraubt, im schwarzen Vollbart hängen Krümel. Kollege Shayde Sartin sitzt mit rotem Gesicht vor einem Glas Wasser.

Die Texte auf „Long Slow Dance“ sind sehr emotional geraten, ist die Liebe der rote Faden des Albums?

Tim Cohen: Es ist nicht ganz so einfach. Ich würde sagen, das beherrschende Thema ist die Einsamkeit, die trotz Liebe existiert.  Auch wenn du in der Liebe mit jemand anderem verbunden bist, bleibst du trotzdem isoliert.  Im Stück „Long Slow Dance“ geht es um genau diese Idee: Gleichzeitig einsam und verbunden zu sein.

Was bedeutet die Nelke auf dem Cover?

Shayde Sartin: Ein sehr talentierter Fotograf namens David Black hat das Bild für uns gemacht. Es hat mit dem Titel des Albums zu tun. Die Entfaltung einer Blume ist schließlich wie  ein langer, langsamer Tanz.

TC: Die Ästhetik der Blume hat uns fasziniert, weil sie gleichzeitig Hoffnungslosigkeit und Anmut ausstrahlt.

Gibt es einen Lieblingssong?

TC: Mein Lieblingsstück ist „Euphoria“.  Aufnahme und Arrangement sind wunderbar, die Akustik entspricht völlig dem Text. Das Lied versetzt mich in eine Sphäre, in die mich die meisten anderen unserer oder andere Stücke nicht bringen können.  Mein Körper reagiert. Am ehesten fühle ich so etwas wenn ich Klassik höre, mit großem Orchester.



So klingen die größten Schlagzeuger der Geschichte ohne ihre Band

John Bonham (Led Zeppelin) – „Fool In The Rain“ https://www.youtube.com/watch?v=lWnhz1ZcF74 Direkt mit dem ersten Song auf Led Zeppelins erster LP veränderte John Bonham das klassische Rockschlagzeug für immer. Jimmy Page scherzte noch Jahre später darüber, wie der Song „Good Times Bad Times“ und dessen Bass-Drum-Parts die Fans verwirrte: „Alle waren sich sicher, dass Bonzo zwei Bass-Drums benutzt, während er in Wirklichkeit nur eine hatte.“ Diese gewichtige wie virtuose Darbietung legte den Grundstein für Bonhams Karriere bis zu seinem viel zu frühen Tod 1980. „Fool In The Rain“ erschien nur ein Jahr früher – auf dem Album „In Through The Out…
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