The National: Bilder vom Überraschungsgig im Berliner Hotel Michelberger

Ein schönes Konzept: Auf dem Michelberger Mystery Music Festival im Berliner In-Hotel Michelberger spielten am Wochenende namhafte Acts - unangekündigt. Wir waren am Freitag dort und sahen The National.

Wenn man – egal an welchem Wochentag – an einem Sommermorgen im Innenhof des Hotel Michelberger an der Warschauer Straße in Berlin sitzt, hat man bisweilen das Gefühl, an jedem Tisch säße eine junge, hippe Band. Oder jemand, der bald in einer solchen Band spielen will – und dafür nur noch die Gitarre lernen muss, während er die Sache mit den Frisuren und den Sonnenbrillen schon beherrscht. Keine Frage, das Hotel ist in Berlin die Adresse für junge Musiker – und auch für die Musikindustrie, die dort immer wieder gerne Pressetage abhält.

Dass das Hotel allerdings auch von richtigen Musikern geschätzt wird, sah man am vergangenen Wochenende. Dort fand das Michelberger Mystery Music Festival statt. Tagestickets gab es für 15 Euro – wer am jeweiligen Abend spielte, erfuhr man erst, wenn man drin war. Allerdings machten schon am Donnerstag erste Gerüchte die Runde, dass The National ihre Deutschlandreise zum Highfield und Area 4 mit einem Secret Gig im Innenhof des Michelberger beginnen würden.

Die Gerüchte bestätigten sich später am Abend und The National betraten in voller Bandgröße – jedoch leider ohne Gelegenheitsmitglied Padma Newsome – um kurz nach zehn die für ihre Verhältnisse recht kleine Bühne im Innenhof, der ca. 500 Menschen fasst. In einem solch intimen Rahmen sieht man die Band heutzutage bekanntlich nur noch selten – wo doch ihr Album „High Violet“ allerorts gefeiert wurde.

Sonst für ihren Perfektionismus bekannt, arrangierten sich Matt Berninger sowie die Dessner-Zwillinge und die Gebrüder Devendorf mit dem eher rauen Sound und klangen dabei bisweilen wie eine Sebadoh-Ausgabe von The National – was ihren lyrisch  oft recht grimmigen Songs allerdings sehr gut zu Gesicht stand. Die 11 Songs lange Setlist konzentrierte sich zwar noch immer auf die erfolgreichsten Alben „Boxer“ und eben „High Violet“, enthielt jedoch auch länger nicht gehörte Perlen von „Alligator“ („Daughter Of The Soho Riots“) und sogar von „Sad Songs For Dirty Lovers“ („Available“ und „Lucky You“).

Bewegend wurde es beim schon von ihren letzten Shows bekannten, unverstärkten Vortrag von „Vanderlyle Crybaby Geeks“, bei dem selbst die aus den Hotelfenstern hängenden Zuschauer mitzusingen schienen.

Setlist des Auftritts von The National im Hotel Michelberger in Berlin am 19. August 2011:

„Daughters Of The Soho Riots“
„Bloodbuzz Ohio“
„Slow Show“
„Afraid of Everyone“
„Conversation 16“
„Available“
„Lucky You“
„Fake Empire“
„Mr. November“
„Terrible Love“
„Vanderlyle Crybaby Geeks“

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