The Rumour Said Fire: Bitte ohne Arroganz!


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„Manchmal liebe ich Folk Music, manchmal langweilt sie mich“, sagt Jesper Lidang. Ein Satz, der in seiner Zweischneidigkeit kaum besser die musikalischen Versuche seiner Band beschreiben könnte, um dem Indie-Folk-Fahrwasser zu entsteigen, auf dem das dänische Quartett mit dem etwas sperrigen Namen The Rumour Said Fire vor drei Jahren lossegelte. „The Balcony“ hieß ihre erste Single, eins dieser leisetreterischen Klampfen-Sing-alongs mit sacht geschrummelter Gitarre, Tambourin und ein paar hübsch gehauchten Mundharmonika-Tönen. Und dazu vorbildlich sixtiesgeschulte Gesangsharmonien.

Danach ging’s direkt ans erste Album. Aber wie wehrt man sich gegen Erwartungshaltungen, wenn man bereits einen musikalischen Stempel aufgedrückt bekommen hat? Sänger und Songschreiber Lidang hält es mit der simplen Formel: „Es geht immer ums Zerstören und Wiederaufbauen.“ Immerhin hätten er und seine Band mit „The Arrogant“ alte Folk-Sounds in etwas Neues überführt, erklärt er schwammig. Trotzdem ruft Lidangs brüchiger Gesang einmal mehr die üblichen Indie-Folk-Geister der Fleet Foxes oder Decemberists wach.

The Rumour Said Fire wirken wie politisch korrekte Schönlinge. Ein Image, das man freilich nur schwer loswird, wenn man mit einem harmlosen Song „Comfort To The Dalai Lama“ fordert. Aber was tun, wenn einen als Künstler die großen Fragen der Menschheit umtreiben? „Ich bin oft fasziniert und gleichzeitig betrübt über die Willkür des Lebens“, meint Lidang. Schicksale wie die des Dalai Lama inspirieren ihn. Denn die schlimmste Form von Arroganz sei schließlich die ständige Selbstbespiegelung.