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The Velvet Underground And Nico


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Ein weißer Untergrund, eine Banane, die Aufforderung „Peel slowly and see“ sowie die Unterschrift Warhols. Das war es. Mehr gibt es zunächst auf dem „The Velvet Underground And Nico“ Cover nicht zu sehen. Kein Hinweis auf den Künstler, keiner auf den Titel des Werks. Dafür aber, zumindest bei den ersten Auflagen, eine tatsächlich schälbare Banane, die unter der knallgelben Schale rosa-rotes Fruchtfleisch offenbart – wenn man denn dem Hinweis nachkommt und die Frucht vorsichtig der Schale entledigt.

Das „Bananencover“ markierte ein Umdenken in der Covergestaltung und ist bis heute eines der bekanntesten Plattenartworks sowie, in der limitierten Originalauflage, ein beliebtes und teures Sammlerstück. Wurden Plattencover bis dahin größtenteils mit Photographien der Künstler geschmückt, war es Warhols Ziel diese Fläche zu entpersonalisieren und nicht bloß als Verpackung sondern als eigenständiges Kunstwerk zu verstehen und zu gestalten.

Doch Warhol nahm sich bei diesem Album nicht bloß der äußeren Gestaltung an, sondern formte und beeinflusste die Produktion auch sonst an allen Ecken und Enden. So bewarb er die fertige Platte später auch mit einem Foto von sich, der Platte und der Überschrift „Andy’s Velvet Underground“. Tatsächlich war er bei den Aufnahmen als Produzent tätig, überredete die Band die Sängerin Nico für die Aufnahmen hinzuzuziehen und kümmerte sich um Gestaltung und Vermarktung. Ein Warhol-Projekt also, das auch auf dem Cover durch seine Unterschrift als solches markiert ist, während die Band selbst bloß auf der Rückseite genannt wird. Während Zweiteres jedoch derzeit keineswegs ungewöhnlich war, macht die explizite Nennung des Künstlers noch einmal mehr deutlich, dass es sich hierbei nicht um bloßes Coverdesign sondern eben –kunst handeln soll. Und bewarb die Band zudem als Warhols Entdeckung.

Die Banane selbst ist übrigens ein häufig wiederkehrendes Symbol in Warhols Kunst und wird gemeinhin als Phallussymbol verstanden. Ein naheliegender Interpretationsansatz sicherlich auch hier, sind die Texte Lou Reeds doch durchaus als freizügig zu bezeichnen – und diese Banane zudem auch noch schälbar. Da ändert ganz gewiss auch die rosa-rote Farbgebung des Fruchtfleisches nichts.



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