Til Schweiger gibt deutschem Fernsehen Mitschuld an Hass-Kultur – „Reality-TV ist Anleitung zum Beleidigen“

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Til Schweiger gibt deutschem Fernsehen Mitschuld an Hass-Kultur – „Reality-TV ist Anleitung zum Beleidigen“

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Das „Nachtmagazin“ der ARD hatte in der Nacht zum Dienstag (21. Juli) Til Schweiger zum Gespräch geladen. Der Schauspieler und Regisseur sorgte am Wochenende für Aufregung, weil er mit zornigen Worten ausländerfeindliche Kommentare auf seiner Facebook-Seite kommentierte. Der 51-Jährige hatte zuvor einen Spendenaufruf für Flüchtlinge geteilt, das die Hamburger Morgenpost ins Netz gestellt hatte.

Im TV-Interview verteidigte Schweiger sein Vorgehen und machte deutlich, dass es sich um ein gesamtgesellschaftliches Problem handle: “Es gibt wohl offensichtlich mehr Menschen mit sehr rechtem Gedankengut, als uns lieb ist.”

Fernsehen trägt Mitschuld

Viele Menschen würden seiner Meinung nach vergessen nachzudenken, “weil sie keine Phantasie haben und in irgendwelchen Reality Shows sehen, wie sich stumpfe Leute gegenseitig beleidigen, heruntermachen und dissen.”

Zwar benannte Schweiger keine einzelnen Fernsehformate, doch gab er deutlich zu erkennen, dass viele Programme im deutschen Fernsehen dazu beitrügen: “Das deutsche Fernsehen trägt seinen Teil dazu bei, dass Leute so abgestumpft sind.”

Kritik an Schweiger

In den letzten Tagen musste Schweiger auch von vielen Seiten Kritik für sein  angeblich risikoloses soziales Engagement einstecken. So riefe der Schauspieler nach Meinungen einiger nur zu Spenden auf, ohne selbst etwas zu tun. Außerdem agiere er aus einer Komfortzone heraus, in der die tatsächlichen Probleme, vor denen viele Menschen sich fürchten, kaum eine Rolle spielten.

Schweiger regierte auf diese Vorwürfe, in dem er hervorhob, dass die von dem Hamburger Blatt organisierte Aktion – auch dank seiner Hilfe – ein voller Erfolg war. Wie der „Tatort“-Star mitteilte, waren mehrere tausend Leser bereit, Sachspenden für Flüchtlinge zu geben. Ursprünglich wurde Schweiger von einem 12-jährigen Mädchen gebeten, den Spendenaufruf zu unterstützen.

 

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