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Top Ten Club: Das bewährte Wummer-Baller-Kracher-Programm

Nach über zwei Jahrzehnten mit der Band Scooter und dem Elektro-Vorgängerprojekt The Loop geisterte Mastermind H.P Baxxter (wird im März 52) zuletzt massivst durch die Boulevard- und Promi-Presse. Der blonde Hanseat Hans-Peter Geerdes, so der bürgerlicher Name des unbestechlichen D.S.D.S.-Jurymitgliedes, enthüllte gar, wie die 19jährige Sankt-Petersburgerin Elizaveta sein Herz erobern konnte. „Sie ist Scooter-Fan“, verriet er dem Fachblatt Gala. „Und als wir im August in Moskau aufgetreten sind, stand sie wie viele andere Fans und Fotografen vor unserem Hotel. Ich sah sie und dachte: Huch, wer ist das?“ Die klassische Groupie-Nummer vom alten Schrot und Korn also. Baxxter schwärmte sogleich von ihrer „Aura“ und war hin und weg. Aber so was von: „Dieser geheimnisvolle, tiefe Blick! Das kann einem schon den Kopf verdrehen. Und sie hat eine total liebe Art. Wir haben uns unterhalten, und sie ist nach dem Konzert noch mit zum Abendessen gekommen.“ Jaja, Amor verschießt seine Pfeile selbst in der Arena-Techno-Zone.

Da kann es sicher nichts schaden, dass das neue Album „Ace“ – je nach Zählung immerhin ihr 19. – mit dem bewährten Wummer-Baller-Kracher-Programm daherkommt. Ein-Wort-Songtitel wie „Oi“, „Riot“, „Crazy“ oder „Burn“ zeugen auch fürderhin von kompromissloser Entschlossenheit. Für 2016 eine Prise David Guetta dazu – und für die anstehende Tour mit dem schönen Motto„Always Hardcore“ wird nichts mehr schief gehen. Und die verwegene Elizaveta kann ja jetzt hochoffiziell im Scooter-Nightliner mitfahren.

Prädikat: Pädagogisch wertvoll

Weit weniger Alte-Schule-Mackertum verspricht der Steglitzer Edel-Rapper Prinz Pi (vormals Prinz Porno). Auf dem Album „Im Westen Nix Neues“, das in den Midweek-Charts schnurstracks auf die Eins schoss, kämpft er sich durch Zwischenmenschliches in dem Song „1,40 m“). Er bringt seiner Tochter mit „Füllung vom Kissen“ ein hübsches Ständchen und battelt tapfer gegen die Waffenexporte der deutschen Rüstungsindustrie. Prädikat: Pädagogisch wertvoll!

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Gegen diese wackeren Nationalhelden können natürlich Rihanna mit „Anti“ und Pianomann Elton John mit „Wonderful Crazy Night“ auf den weiteren Top-Ten-Platzierungen nicht so richtig anstinken. Internationale Super-Karrieren, die schon seit geraumer Zeit ihre Studioproduktionen aus der Risikozone heraus halten. Wie schon bei den Vorgängern nahm der gute Elton „Wonderful Crazy Night“ in Los Angeles auf. Zusammen mit Co-Produzent T-Bone Burnett setzte er auf seinen ewigen Songwriting-Partner Bernie Taupin. „Ich bin noch nicht fertig! Ich bin sehr daran interessiert, weiterzumachen. Es gibt noch so viel zu tun!“, verkündete der 68jährige. „Alterloser Altmeister“ nannte ihn die Münchener Abendzeitung. Prädikat, wie auch bei Rihanna: Keine Experimente!

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