Trau Dich! Warum in der CDU doch einige für die Homo-Ehe sind

Ein Referendum in Irland löst eine hitzige gesellschaftliche Debatte bei uns in Deutschland aus. Und das ist auch richtig so. Die Welt wird unübersichtlicher, jeden Tag. Dass Entscheidungen in anderen Ländern so große Auswirkungen auf uns haben, ist gut. Das zeigt, wie stark wir in Europa zusammengewachsen sind und dass es uns eben nicht egal ist, was neben uns passiert. Zumal es bemerkenswert ist, wenn in einem zutiefst katholischen Land ein Volksentscheid zur Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben führt. Denn das sagt was aus über gesellschaftlichen Wandel in Europa.

Gleiche Rechte, gleiche Pflichten

Das gibt uns die Gelegenheit, unsere Einstellungen zu hinterfragen und zu neuen Antworten zu kommen. Gleiche Rechte und gleiche Pflichten: Das ist die eingängige Parole derjenigen, die für die Ehe für alle sprechen. Die Gegner halten ander Vorstellung der Ehe von Mann und Frau als Keimzelle der Familie fest.

Verbale Entgleisungen auf beiden Seiten heizen eine Debatte an, die auch anders geführt werden könnte. Strafanzeigen, krude Vergleiche und das Sich-gegenseitig-den-Schwarzen-Peter-Zuschieben mögen was von Rock’n’Roll haben, verhärten aber nur die Fronten, anstatt sie aufzubrechen. Ich hatte gehofft, wir wären da weiter.

Es geht doch darum, dass zwei Menschen dauerhaft verbindlich füreinander Verantwortung übernehmen wollen und damit eine klare Ansage an die Gesellschaft machen: Wir gehören zusammen! Wir schauen aufeinander, bevor wir andere um Hilfe bitten. „Das ist mein Mann“ oder „Das ist meine Frau“, diese Aussage ist ein klares Bekenntnis zueinander. In diesem Sinne ist die Ehe vor allem ein jahrhundertealtes Symbol, mit dem allen gezeigt wird, dass man zusammengehört.

Wir haben den Kulturkampf gewonnen und merken es nicht mal

Die „gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaft“ hat ehrlich gesagt nicht dieselbe Symbolkraft. Und gerade diejenigen, die sich dagegen sträuben, auch Schwulen und Lesben dieses Symbol zu ermöglichen, sollten sich eigentlich freuen, dass die gute alte Ehe auf einmal so attraktiv, ja regelrecht „in“ ist.

Die eher linke Szene, die einst einen Kulturkampf gegen die „spießige“ Ehe führte, weil diese einenge und verpflichte, wenn deren Vertreter also jetzt die Ehe für alle einfordern, dann haben bürgerlich-konservative Werte wie Verbindlichkeit sowie gegenseitige Verantwortung und Fürsorge gesiegt. Wir haben den Kulturkampf gewonnen und merken es nicht mal. Das erstaunt mich.


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