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TV-Fußnoten: Drei Tipps für den „Bachelor“


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Schon klar, eigentlich darf man „Der Bachelor“ gar nicht anschauen. 20 Frauen, die nichts Besseres zu tun haben, als sich um einen Mann zu bewerben – das widerspricht auch meinen Vorstellungen von Feminismus und Fortschritt. Aber das Schlimmste in der Sendung ist eigentlich der Mann, in diesem Jahr ein 33-jähriger Berliner Glatzkopf. Dem ist tatsächlich nichts peinlich. Er zeigt seinen blanken Hintern, er räkelt sich unter der Dusche – und dann findet er auch noch zielsicher die langweiligsten Blondinen scharf. Man guckt solche Sendungen – wie auch das „Dschungelcamp“ – mit schlechtem Gewissen, aber wohligem Grusel: Egal, was passiert, zumindest müssen wir da nicht mitmachen!

Wem der Bachelor heute abend wohl eine Rose schenkt? Man kann all die stark geschminkten und minimal bekleideten Frauen kaum auseinanderhalten, aber ich plädiere für diese drei, damit es spannend bleibt:

Die Hamburger Ela (21) ist der Star der Show. Somnambul, wie in Trance schwebt sie durch die Villa in Kapstadt, läuft auch mal gegen eine Glaswand und spricht, als hätte sie ein Dutzend Valium eingenommen. Der Bachelor will ihr Geheimnis erkunden: „Hat sie einen im Tee oder ist die einfach so?“, fragte er in der ersten Sendung. Auf jeden Fall fällt das irre Prinzesschen, das angeblich Jura studiert, zwischen den geschickt agierenden Konkurrentinnen auf.

Die Hamburgerin Lisa (27) ist die sympathischste der Kandidatinnen. Sie arbeitet im Marketing, schreibt aber auch an einem Roman – und wirkt, als habe sie das Spiel durchschaut und trotzdem Spaß daran.

Die Berlinerin Angelina (21) studiert Sozialpädagogik, scheint aber auch exzessiv mit der Pflege ihres Äußeren beschäftigt zu sein – Haare und Lidstrich sitzen immer perfekt. Muss ja so sein: Ihr Vorbild ist Sylvie Meis, ehemals van der Vaart. Mehr muss man wohl nicht wissen.

Heute abend wird schon zum ersten Mal geknutscht. Mal schauen, ob man das aushält: „Bachelor“ und „Dschungelcamp“ hintereinander anschauen. Und was wird härter sein?


Michael Stipes erstes Interview nach der Trennung von R.E.M.

Seit September 2011 hat man nicht viel gehört von Michael Stipe. Gesehen hat man ihn schon: bei Patti-Smith-Konzerten, in Berliner Galerien und Bars, bei der New Yorker Fashion Week und einmal auch in einem Raum mit seinen ehemaligen Kollegen – ausgerechnet in Athens/Georgia, wo 1980 die Weltkarriere von R.E.M. begann. Im November 2013 sprangen Bassist Mike Mills und Schlagzeuger Bill Berry im kleinen 40 Watt Club auf die Bühne, um mit Gitarrist Peter Buck „(Don’t Go Back To) Rockville“ zu spielen. Stipe stand etwas abseits im Publikum und sah zu. Das Verlangen mitzumachen hatte er nicht. Selbst enge Vertraute der…
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