UEFA-Verbot von Regenbogen-Stadionbeleuchtung: DFB unterstützt Verteilung von Regenbogenfahnen


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Nachdem die UEFA den Antrag des Münchner Oberbürgermeisters Dieter Reiter, die Münchner EM-Arena beim Spiel Deutschland gegen Ungarn (22. Juni 2021) in Regenbogenfarben zu beleuchten, abgelehnt hatte, setzt der Deutsche Fußball-Bund (DFB) nun ein Statement. Man werde die Verteilung von 10.000 Regenbogen-Fahnen durch Amnesty International und den Christopher Street Day Deutschland für das Spiel am Mittwochabend unterstützen – so die Ankündigung des ersten DFB-Vizepräsidenten Dr. Rainer Koch.

Offizielles Statement des DFB

Koch zeigte sich für über die Entscheidung der UEFA bezüglich der Stadionbeleuchtung enttäuscht. „Umso wichtiger ist es, dass wir jetzt sehr klar machen, dass wir in Deutschland deutlich sichtbare Zeichen setzen wollen. Dazu ist morgen beim Spiel gegen Ungarn für alle Zuschauer die erste Gelegenheit. Und das können wir alle gemeinsam beeinflussen. Deswegen unterstützen wir auch den CSD Deutschland bei der Organisation der Verteilung von 10.000 Regenbogenfahnen am Stadion“, so Koch in einem offiziellen Statement. Der DFB, so Koch, setze sich „entschieden für Vielfalt und Diversität ein“.

Die Stadionbeuleuchtungs-Kontroverse

Mit der Beleuchtung des Stadions in Regenbogenfarben wollten die Stadt München und der DFB ein Zeichen für Vielfalt und Toleranz setzen — und damit Kritik an Ungarns Präsident Viktor Orbán üben, der vor kurzem ein umstrittenes Gesetz verabschiedete, das die Informationsrechte von Jugendlichen mit Blick auf Homosexualität und Transsexualität einschränkt. Die UEFA lehnte dieses Gesuch jedoch ab — mit der Begründung, dass sie eine „politisch und religiös neutrale Organisation“ sei. Dafür geriet die Organisation vielerorts ins Kreuzfeuer der Kritik. Orban wird beim Spiel morgen im Stadion erwartet. Städte wie Berlin, Köln und Düsseldorf wollen am Mittwochabend ihre Fußballstadien als Zeichen der Solidarität in den Regenbogenfarben beleuchten.

Manuel Neuers Regenbogen-Kapitänsbinde

Zuletzt hatte die UEFA interne Ermittlungen gegen Nationaltorhüter und Teamkapitän Manuel Neuer eingeleitet, weil er beim EM-Spiel gegen Portugal eine Regenbogen-Kapitänsbinde trug. Sanktionen wurden keine verhängt, der Verband kam zu dem Urteil, dass es sich um einen „good cause“ handelte, also eine symbolische Geste, die einen guten Zweck hatte.