ROLLING STONE-Ausgabe 07/2019 MIT EXKLUSIVER PHIL COLLINS 7-INCH SINGLE

Vergoldete Verschwörungstheorien: Xavier Naidoo für Satirepreis nominiert

Sicher ein Preis, den er noch nicht hat: Xavier Naidoo ist für das „Goldene Brett“ 2014 nominiert. Dabei handelt es sich um einen Satirepreis, der jedes Jahr „herausragenden antiwissenschaftlichen Unsinn“ prämiert. Nachdem Naidoo bereits alle wichtigen Musikpreise vom „Echo“ bis zum BRAVO-Otto“ abgeräumt hat, könnte er sicher Gefallen finden an der Auszeichnung. Allerdings wird hier vor allem seine Fähigkeit prämiert, Verschwörungstheorien unter das Volk zu bringen.

Die Jury begründete ihre Entscheidung mit den folgenden Worten:

„Er sorgte mit seiner Nähe zur rechtsgerichteten „Reichsbürgerbewegung“ für Aufsehen, die die Existenz der Bundesrepublik Deutschland leugnet. Naidoo begab sich damit in ein Netz aus Verschwörungstheorien, die von den Anschlägen vom elften September bis zur Finanzkrise reichen. Seine große Popularität als Musiker führt insbesondere junge Menschen in eine abstruse Gedankenwelt aus unhaltbaren Behauptungen, in denen Hass und Angst mehr zählen als Fakten. Eine rationale Diskussion über tatsächliche politische Missstände wird dadurch unmöglich. Xavier Naidoo wird zur Einstiegsdroge der Irrationalität, die mit pathetischer Musik beginnt und bei Chemtrails und Weltverschwörungs-Paranoia endet.“

Kooperation

Der 43-Jährige befindet sich mit der Nominierung in bester Gesellschaft mit NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens (die Politikerin will Alternativmedizin auch an Universitäten fest verankern) und dem „Netzwerk Impfentscheid“, einer Impfgegner-Community, „die sich zum Ziel gesetzt hat, die Erfolgsgeschichte Menschenleben rettender Impfungen zu beenden“.

„Das Goldene Brett 2014“ wird am 26. November 2014 in Wien verliehen.


John Lennon: Sein Tod und die Geschichte seines Mörders

„Double Fantasy“ Im Sommer und Herbst 1980 arbeiteten John Lennon und Yoko Ono in der New Yorker Hit Factory an „Double Fantasy“, Lennons letztem Album. ROLLING-STONE-Redakteur Arne Wilander schrieb darüber: Auf dem Album sind einige der besten Stücke enthalten, die John Lennon nach „Plastic Ono Band“ schrieb – hätten „I’m Stepping Out“, „Nobody Told Me“, „I Don’t Wanna Face It“ und „Borrowed Time“ die Platte ergänzt, wäre es ein großartiges, wenn auch gar nicht modernes Rock-Album geworden. Yokos eklektische, teils rhythmisch-treibende, teils pompös-sentimentale Stücke haben die größtmögliche Distanz zu Lennons schnodderigen Gitarren-Attacken. Albert Goldman nennt „(Just Like) Starting Over“ einen „Rückgriff…
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