Video: Das Making of unseres Fotoshootings mit Lavinia Wilson


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Am Ende des Gesprächs rafft sie einige Tüten und Beutel zusammen und fragt: „Sie haben nicht zufällig so einen Van, in dem Sie hinten ein Fahrrad mitnehmen können?“ Lavinia Wilson war mittags mit dem Fahrrad zu dem Hotel gefahren, in dem die Fotos inszeniert wurden. Sie hatte geduldig alle Posen eingenommen und beim Smalltalk mit dem Fotografen und Herumstehenden beiläufig Sätze eingeworfen wie „Die Existenzialisten waren ja todesaffin“. Aus dem Lichthof hörte man den beruhigenden Singsang von Mantras – offenbar waren Mönche in dem gemütlich-altertümlichen Hotel abgestiegen.

Dann, als die Aufnahmen gemacht waren, hatte Lavinia Wilson einen kleinen Hunger. An der Rezeption fragte der Concierge dröhnend: „Gehörnse zu den Foto-Aufnahmen? Da drüben issen neuet Lokal, könnense mal sajen, wie’s is.“ Lavinia ließ sich nicht anmerken, ob diese Wurschtigkeit sie ärgert. Sie ist kein Filmstar, obwohl sie seit zehn Jahren regelmäßig große Rollen in Fernseh- und Kinofilmen spielt. Als sie ihr Rad über die Straße schob, antwortete sie auf das Kompliment, bei den Fotos habe sie so bewundernswert klaglos und routiniert mitgespielt: Was einem denn übrig bleibe, wenn man als Objekt behandelt werde? Sie sagte das ohne Vorwurf, ohne Zynismus. Dabei schob sie ihr Fahrrad und wirkte wie ein patentes, selbstbewusstes Mädchen. Sie ist 31 Jahre alt.

Die vollständige Story und die wunderschönen Fotos gibt es in unserer Mai-Ausgabe.