Highlight: Überfälle, Ratten, Hipster – Urlaubstipps per Fernsehserie

Von Robbie Williams zum „Hotel Babylon“, oder: Was macht eine gute Hotel-Serie aus?

Drei Abende im August 2003 war Maxton Gig Beesley Jr. der zweitcoolste Typ der Welt. Oder zumindest Großbritanniens. Da trat Robbie Williams in Knebworth vor 375.000 Zuschauern auf, und Beesley gab – im etwas geschmacklosen Muskelshirt, aber mit einem unwiderstehlichen Dauergrinsen – den Percussionisten und Pianisten für seinen Kumpel. Den größten Moment hatte er, als Robbie „Mr. Bojangles“ anstimmte: Der Rest der Band verschwand, zu zweit spielten sie Frank Sinatra und Dean Martin nach – lässige Entertainer, die sich wohl auch ohne Publikum amüsiert hätten. Zum Glück hatte Beesley schnell noch eine Anzugjacke übergeworfen.

Aber wer ist dieser Beesley überhaupt, und warum soll er uns Serienfreunde interessieren? Darum: Nicht viel später, von 2006 bis 2009, war der heute 42-jährige Brite der coolste Typ im „Hotel Babylon“. Als nun Williams‘ „Live At Knebworth“-DVD in einer Jubiläums-Edition veröffentlicht wurde, fiel mir wieder auf, dass diese wunderbare BBC-Serie in Deutschland leider komplett untergegangen ist. Gut, dass es noch DVDs gibt!

„Hotel Babylon“ macht seinem Namen alle Ehre. Als Manager des Londoner Fünf-Sterne-Hauses muss Charlie Edwards (Beesley) viele Katastrophen vertuschen, Missgeschicke glattbügeln und Mitarbeiter in den Griff kriegen, die fast so kompliziert sind wie die Gäste. Wer je in der Gastronomie gearbeitet hat, weiß, dass erschreckenderweise fast alles glaubwürdig ist, was hier passiert (von dem einen oder anderen Mord abgesehen). Und man muss noch einmal irritiert feststellen, dass es viel zu wenige Serien über die gnadenlose Welt der Hotellerie gibt. Das Gaststättengewerbe warf immerhin schon Schönes wie „Cheers“, „2 Broke Girls“ und „Pushing Daisies“ ab, aber was bleibt in Sachen Hotel? Die ewigen Top Fünf, ohne „Babylon“ gerechnet:

1. „Fawlty Towers“
2. „Hotel“
3. „Gilmore Girls“
4. „Las Vegas“
5. „Hotel Paradies“

Und demnächst: „Bates Motel“! In den USA wurde schon eine zweite Staffel der Serie geordert, die von den Teenager-Jahren des Psychopathen Norman Bates (Freddie Highmore) erzählt.

Max Beesley ist übrigens seit 2011 in der gewitzten Krimireihe „Mad Dogs“ zu sehen, die auf RTL Crime versendet wird (genau wie die mindestens so gute FBI-Serie „White Collar“). Warum schaffen es die besten Geschichten nur noch in die Nischen- und nicht mehr in die Hauptsender? Wenn endlich „Bones“ und „CSI“ entsorgt werden würden, wäre schon genügend Platz frei.

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