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Willander sieht fern: Flippers Freund

Hannes Jaenicke ist Schauspieler von Beruf, aber das wäre gar nicht nötig, denn er ist im Hauptberuf ein guter Typ. Seit einigen Jahren lässt er Tierdokumentationen für das ZDF drehen, in denen er selbst mitwirkt – im Urwald kämpfte er für Orang-Utans, auf dem Meer für Thunfische. Jaenicke liebt Tiere, er glaubt an die gerechte Sache, er will aufklären. Einmal sah ich ihn in München bei einem Konzert von Neil Young. Ich dachte, der legt bestimmt in Florida die Füße hoch und guckt aufs Meer, wenn gerade kein Dreh ist – aber nein, es war Hannes Jaenicke in einer grünen Militärjacke und mit Turnschuhen, er bewegte sich wie ein Fisch im Wasser. Er hat natürlich Gemeinsamkeiten mit Neil Young, der ja auch die Natur bewahren will. Jaenicke kaufte sich ein Bier.

Sieben Jahre später beobachtet er Delfine und Orcas. Aus dem Off fragt eine angenehme, sachliche Frauenstimme: „Wie schlafen Delfine? Nehmen sie beim Spielen Drogen?“ Da wird Spannung aufgebaut. Es gibt 40 Arten von Delfinen, und zwar seit 40 Millionen Jahren. In den letzten Jahren ist es eng geworden: Müll in den Meeren, Fangnetze, der Mensch fischt ihnen alles weg, und der Schiffsverkehr verursacht unter Wasser ohrenbetäubenden Lärm und irritiert das Radarsystem des Delfins. Die Tümmler sind intelligent, ihre Gehirne sind fast so groß wie die von manchen Menschen, bezogen auf die Körpergröße, und sie erkennen sich im Spiegel, wenn ein Spiegel vorhanden ist.

Jetzt ist Hannes Jaenickes wohltönende Stimme zu hören: „… weshalb Orcas und Delfine zu den beliebtesten Tieren der Welt gehören.“ Daran war ja kein Zweifel. Die Schweizerin Angela Ziltener ist Delfi nforscherin, sie schwimmt im Roten Meer mit den Tieren, sie hat ihnen Namen gegeben, manchmal falsche, weil man bei Delfi nen die Geschlechtsorgane nicht sehen kann. „Wie schlafen sie?“, fragt Angela. „Wie sieht ihr Alltag aus?“ Sie schlafen im Schwimmen, mit nur einer wachen Gehirnhälfte und einem wachen Auge. Angela taucht mit Hannes, sie sammeln Delfinkot, und Hannes schildert eine Begegnung: „Mit einem Pfeifen kommt sie auf mich zu und umkreist mich. So nah war ich einem Delfin noch nie.“ Die Delfine sind soziale Tiere, sie machen viel Petting, sie sind polygam, berühren einander mit den Flossen und stoßen Kugelfische herum, an denen sie die Nasen reiben. Aber möglicherweise BERAUSCHEN sie sich am Gift des Kugelfisches, deshalb wirken sie so fröhlich und sind so verspielt! „Laut Statistik verbringt der Delfin eine Stunde am Tag mit Nahrungsaufnahme“, sagt Hannes. „Der Rest sind Schlafen, Spielen, Sex. Kein schlechtes Lebensmodell.“ Quallen sind für sie wie Kaugummis.



Freiwillige Filmkontrolle: 1986 – „Aliens“, „Blue Velvet“, „Die Farbe des Geldes“ und mehr im Check

Freiwillige Filmkontrolle widmet sich in dieser Folge dem Kinojahr 1986 und folgenden Filmen: „Manhunter“ „Blue Velvet“ „Big Trouble In Little China“ „Die Farbe des Geldes“ „When The Wind Blows“ „Der Name der Rose“ „Aliens“ „9 ½ Wochen“ FFK-Weiterhören: Corona-Krise: „Contagion“ und „Outbreak“ 1985: Goonies, Mad Max, McFly und Co. 1985 auf dem Prüfstand – Teil 1 Oscars 2020: der Check „Uncut Gems“ – DER Oscar-Snub! „Picard“ – das neue „Star Trek“-Highlight Die Oscar-Nominierungen, geprüft Der große Jahresrückblick 2019 „The Irishman“: Nicht so geil, wie alle sagen, oder? Once Upon a Time in Hollywood“ und „Apocalypse Now – Final Cut“ Die gruseligsten…
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