Wireless Festival verliert Diageo und Rockstar Energy als Sponsoren wegen Kanye Wests Booking

Nach Pepsis Rückzug ziehen auch Rockstar Energy und der Guinness-, Smirnoff- und Crown-Royal-Konzern Diageo ihre Sponsorings beim Londoner Festival zurück.

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Dem Wireless Festival laufen die Partner davon: Diageo und Rockstar Energy schließen sich Pepsi an und ziehen ihre Sponsorings für das Londoner Event zurück – nachdem Kanye West als Headliner der Ausgabe 2026 angekündigt worden war.

„Wir haben die Veranstalter über unsere Bedenken informiert und werden das Wireless Festival 2026 in der aktuellen Situation nicht sponsern“, erklärte der Konzern hinter Guinness, Crown Royal, Smirnoff, Ketel One und weiteren Marken gegenüber „The Independent“. Auf eine Anfrage von ROLLING STONE reagierte Diageo zunächst nicht.

Die Website des Festivals führt die Veranstaltung weiterhin unter dem Namen „Pepsi MAX Presents Wireless“, obwohl alle zuvor genannten Sponsoren und Partner von der Seite entfernt wurden. Ursprünglich waren dort unter anderem PayPal, Beatbox und Budweiser gelistet. Auch diese drei Marken reagierten zunächst nicht auf Anfragen von ROLLING STONE; ITV berichtet jedoch, dass PayPal die Partnerschaft mit dem Festival ebenfalls beendet.

Starmer äußert scharfe Kritik

Auch wenn West in keiner der Stellungnahmen zum Rückzug der Sponsoren direkt beim Namen genannt wird, fällt der Zeitpunkt mit einem deutlichen Statement von Premierminister Keir Starmer zusammen. „Es ist zutiefst besorgniserregend, dass Kanye West beim Wireless Festival auftreten soll, trotz seiner früheren antisemitischen Äußerungen und seiner Verherrlichung des Nationalsozialismus“, so Starmer.

West hat zuletzt das Album „Bully“ veröffentlicht und seine Comeback-Tour mit nostalgischen Konzertauftritten forciert – mit Gastauftritten von Lauryn Hill, North West, CeeLo Green, André Troutman, Zion Marley und YG Marley. Es ist sein erster ernsthafter Vorstoß in den Mainstream, seit er im „Wall Street Journal“ einen offenen Brief veröffentlichte, in dem er sich für seinen Antisemitismus der vergangenen Jahre und frühere kontroverse Aussagen entschuldigte.

„Antisemitismus ist in jeder Form abscheulich und muss überall dort, wo er auftritt, klar und entschieden bekämpft werden“, fuhr Starmer in seiner Stellungnahme fort. „Jeder trägt Verantwortung dafür, dass Großbritannien ein Ort bleibt, an dem sich jüdische Menschen sicher und geborgen fühlen.“

Londons Bürgermeister distanziert sich

Londons Bürgermeister Sadiq Khan sagte gegenüber ROLLING STONE: „Wir sind der klaren Meinung, dass die früheren Äußerungen und Handlungen dieses Künstlers beleidigend und falsch sind und schlicht nicht die Werte Londons widerspiegeln. Diese Entscheidung wurde von den Festivalveranstaltern getroffen und ist keine, an der das Stadtratsbüro beteiligt war.“