Warum Woody Allen an zwei Tagen Geburtstag hat
Der Schauspieler und Regisseur ist 90 Jahre alt geworden. Verwirrung herrscht aber nach wie vor, wann er wirklich Geburtstag hat.
Woody Allen wurde tatsächlich am 30. November 1935 geboren, allerdings sehr knapp vor Mitternacht. Im Internet, in zahlreichen Nachschlagewerken und auch in der öffentlichen Wahrnehmung erschien aber stets der 1. Dezember als sein Geburtstag.
Warum? Weil seine Eltern das Geburtsdatum auf den 1. Dezember verschoben haben. Offenbar aus dem pragmatischen Wunsch heraus, das Kind auf den ersten Tag eines Monats ins Leben starten zu lassen.
Allen selbst schrieb dazu in seiner Autobiographie lakonisch: „Meine Eltern haben das Datum geschoben, damit ich an einem ersten Tag anfangen konnte. Das hat mir im Leben null Vorteile gebracht.“
Woody Allen und das Kino
Womöglich hat diese gewiss absurd anmutende Maßnahme bereits das Leben dieses heiter-melancholischen Künstlers vorgeprägt, der eine erstaunliche Kino-Karriere hinlegt und Lächerlichkeit und Irrationalität zur Triebfeder seines neurotischen Humors gemacht hat.
In der Vergangenheit deutete Woody Allen an, seine viele Jahrzehnte währende Karriere an den Nagel zu hängen und in den Ruhestand zu gehen. Er begann seine Karriere in den 1950er-Jahren als Gag- und Drehbuchautor, bevor er in den 60ern zunächst als Stand-up-Komiker und dann als Filmemacher bekannt wurde.
Mit Filmen wie „Der Stadtneurotiker“, „Manhattan“, „Hannah und ihre Schwestern“ und „The Purple Rose of Cairo“ prägte er die intellektuelle, moderne amerikanische Autorenkomödie. Später widmete er sich auch intensiv europäischen Verhältnissen, ohne je sein Faible für literarische Dialoge, Jazz und eine komödiantisch gefasste existenzieller Nachdenklichkeit aufzugeben.
In den letzten Jahren wurden noch einmal die Missbrauchsvorwürfe thematisiert, die ihn seit den 90er Jahren begleiten. Eine mehrteilige Dokumentation belastete ihn schwer. Mit „Blue Jasmin“ gelang Allen indes 2013 ein Oscar-Triumph. Auch seinen bisher letzten Film, „Ein Glücksfall“ (2023) bezeichneten viele Kritiker als…Glücksfall.