Woody Allens neuster Film entwickelt sich zum tragischen Mega-Flop


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Woody Allen gehört auch im hohen Alter zu den produktivsten Filmemachern Amerikas; in der letzten Dekade produzierte er zehn Filme. Viele davon brachten ein ordentliches Einspielergebnis, darunter „Midnight In Paris“ und „Blue Jasmine“.

Doch Allen scheint das Glück an der Kinokasse verlassen zu haben. „Rifkin’s Festival“, sein neuer Film, spielte laut „Variety“ an seinem Eröffnungswochenende gerade einmal 24.000 US-Dollar ein. Zum Vergleich: Allens vorheriger Film „Wonder Wheel“ nahm in den ersten drei Tagen nach Kinostart 125.000 US-Dollar ein. Nun muss man natürlich die Corona-Situation im Auge behalten, doch die #MeToo-Debatte um den 86-Jährigen nahm eben erst nach diesem letzten Film ihren Lauf.

Zur Erinnerung: Ronan Farrow beschuldigte seinen Vater in mehreren Interviews sowie in der HBO-Serie „Allen v. Farrow“ erneut des sexuellen Missbrauchs. Zahlreiche Schauspieler und Branchenvertreter hatten Allen in der Vergangenheit verteidigt (juristisch wurde der Fall zuvor bereits ad acta gelegt), doch seit dem Wiederaufflammen der Vorwürfe ist es ruhig um Allen geworden. Über seinen neuen Film wurde in den US-Medien kaum berichtet, was schon für Vorgängerprojekte wie „A Rainy Day in New York“ und „Cafe Society“ galt.

Woody Allen und die immer gleiche romantische Komödie

Vielleicht liegt es aber auch am Thema von „Rifkin’s Festival“, das der Film nicht wirklich ein großes Publikum anzulocken vermag. Darin geht es um ein amerikanisches Ehepaar, das das San-Sebastian-Festival in der spanischen Stadt San Sebastián besucht. In den Hauptrollen sind Wallace Shawn, Gina Gershon, Richard Kind, Christoph Waltz zu sehen.

Möglicherweise trifft eine solche romantische Komödie mit Cultural Clash zwischen Amerika und Europa, wie sie der Regisseur nun womöglich einmal zu oft gemacht hat, derzeit auch einfach nicht den Nerv des von der Pandemie mütenden Publikums. Sehr wahrscheinlich wird „Rifkin’s Festival“ recht schnell von den Spielplänen der Leinwandsäle verschwinden, ist der Kino-Terminkalender aufgrund zahlreicher Corona-Verschiebungen doch in diesem Jahr randvoll.