Gestern begannen wir mit unserer Serie "Copywright or wrong" mit einem Beitrag von Ekki Maas. Heute äußert sich Frank Spilker zum Thema. Frank Spilker gründete 1992 die Hamburger Band Die Sterne. Ihr Mini-Album "Für Anfänger" erschien im Januar 2012.
Mit dem Internet ist es irgendwie wie mit dem Tonfilm. Auf der einen Seite werden die Musiker arbeitslos, auf der anderen Seite will man aber auch nicht mehr darauf verzichten. Ich glaube nicht, dass es Sinn macht, sich an überholte Modelle zu klammern. Man muss auch nicht die Plattenindustrie retten, sondern die Musik. Und deshalb muss dringend eine Lösung her, die Künstlern und Journalisten einen Anreiz liefert, etwas zu produzieren, gleichwohl es kopierbar ist. Sonst gibt es bald, von ein paar Superstars abgesehen, nur noch Hobby- oder Feierabendkünstler. Die Pfennigbeträge die aus dem legalen Filesharing von iTunes, Spotify und Co erwachsen, decken bei keinem, den ich kenne, auch nur die Produktionskosten, von einem Einkommen reden wir dabei noch gar nicht. Das Problem ist übrigens viel größer, als dass es von einer einzigen Interessengruppe gelöst werden könnte, einfach weil am Ende überall die gleichen Regeln gelten müssen. Wenn ein Begriff wie der des geistigen Eigentums in Frage gestellt wird, betrifft das ja nicht nur die Kunst, sondern zum Beispiel auch das ganze Patentwesen.
Hier die bisherigen Beiträge der Serie:
Kommentare (1)
Problembär
"Die Pfennigbeträge die aus dem legalen Filesharing von iTunes, Spotify und Co erwachsen, decken bei keinem, den ich kenne, auch nur die Produktionskosten, von einem Einkommen reden wir dabei noch gar nicht."
Schon heute decken die Pfernnigbeträge pro verkaufter CD bei kleineren und aufwändigen mittelerfolgreichen Bands kaum die Kosten. Daher gibt es so viele Bands die es kaum bis zum zweiten Album schaffen. Die Labels investieren gewinnorientiert, also in Massenware - bzw. in eine meist unprofitable Niesche, die man aber immerhin (fast) exklusiv bearbeitet. Die Gewinnorientierung im Bereich der Kulturgüter ist der "Qualität der Kunst" sicher nicht zuträglich...
Kunden problematisieren die Abzocke durch überteuerte Artikel (europaweiter Preisvergleich überrascht...) und absurde Abmahnungen, Künstler, dass sie von ihrem Tun nicht leben können. Wer ist also der Problembär?
von Thorsten am 11. Mai 2012 13:47 Uhr