Gestern fand das erste Duell der beiden Präsidentschaftskandidaten statt. Romney ging - medial gesehen - überraschenderweise als Sieger hervor. Doch noch ist die Wahl nicht entschieden. Hier finden Sie unsere Themenseite zum Präsidentschaftsduell.
Es war das erste Mal, dass sich US-Präsident Obama und sein Opponent Mitt Romney, Kandidat des republikanischen Lagers, in direkter Konfrontation gegenüber standen.
Die Debatte hielt einige Überraschungen bereit, und zahlreiche Medien einigten sich auf einen Grundton: Romney wirkte geerdeter, souveräner, authentischer und ja, offensiver und siegessicher. Das berichten unter anderen Zeitungen auch die Zeit. Die 60 Millionen Zuschauer des Duells teilten diese Einschätzung. Nach Umfragen der CNN sahen 67 Prozent des amerikanischen Publikums den Republikaner als Sieger. Im Duell spielte dieser Barack Obama in sorgfältig ausgewählten Worten aus und mimte den Fürsorglichen: "Ich bin einfach besorgt darüber, dass der Weg, den wir die letzten vier Jahre ausgewählt hatten, unerfolgreich war. Der Präsident hat immer noch sehr ähnliche Ansichten wie schon vor vier Jahren: Dass Einmischung des Staates, mehr Ausgaben und mehr Besteuerung richtig wären. Aber das ist nicht die richtige Lösung. Ich werde dafür sorgen, dass die Vitalität wieder hergestellt wird, mit der Amerika funktioniert." Das wochenlange Training Romneys hat sich wohl ausgezahlt. Barack Obama sah das am Sonntag bereits voraus. "Gouverneur Romney, er ist ein guter Debattierer, ich bin nur OK." Obama wirkte ruhiger, fast müde. Gegenangriffe gab es als solche nicht.
So schienen manche Behauptungen Romneys der Süddeutschen Zeitung zu Folge wohl zu überraschen. Beispielsweise diese, dass Obama 700 Milliarden Dollar aus dem Gesundheitsvorsorgeprogramm "Medicaid" streichen wolle. Diese wurden von unabhängigen Fakten-Checkern mehrmals als falsch widerlegt. Obama zielte eher auf mangelnde Details in Romneys Programmen: "Er behauptet, er wolle Schlupflöcher für seinen Steuerplan schließen. Aber wir kennen keine Details. Er sagt, er werde die Wall-Street-Reform ersetzen, aber wir wissen nicht, welche Teile er davon meint. Er sagt es uns nicht. Jetzt sagt er, er werde die Gesundheitsreform austauschen, alle guten Ansätze darin aber behalten. Da müssen sich die Leute doch fragen: Warum behält Gouverneur Romney all diese Geheimnisse für sich? Vielleicht weil sie zu gut sind?"
Auch der Guardian teilt die Auffassungen deutscher Medien. Da heißt es auch, dass Mitglieder des Kampagnenteams von Obama die Debatte ebenfalls als nicht herausragend einstuften: "Die Debatte lief OK". Überraschender ist die Aussage Stephanie Cutters, auch angestellt im demokratischen Wahlkampfteam, die sagte, dass Obama inhaltlich gewann, Romney jedoch stilistisch und vorbereitungstechnisch punktete. Eines darf aber nicht unberücksichtigt bleiben: Viele Wähler haben ihre Entscheidungen schon getroffen. Überzeugte Demokraten seien deswegen eher nicht umzustimmen.
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Hier kann man sich das ganze Duell ansehen:
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Das TV-Duell am 3. Oktober war das erste von insgesamt dreien. Es fand in Denver statt. Am 11. Oktober werden die Vizepräsidentschaftskandidaten Joe Biden und der republikanische Herausforderer Paul Ryan in Kentucky gegeneinander antreten.
Alles in allem ein guter Anlass, hier unsere Berichterstattung zum popkulturellen Aspekt des Duells zusammenzufassen...
Wir haben mal in der Popwelt nachgeschaut, welche Künstler Barack Obama und welche Mitt Romney unterstützen. Mit dabei sind z. B.: Ry Cooder, The National, Kiss, Eagles Of Death Metal, Kid Rock und Nicki Minaj.
In unserem Heft gibt es jeden Monat die Kolumne "My Typewriter". In unserer aktuellen Ausgabe schreibt Pat Blashill darin über den Präsidentschaftswahlkampf zwischen Barack Obama und Mitt Romney. Für Blashill gibt es nur eine Konsequenz: "Natürlich Obama". Amerikaner wählen Romney nämlich aus dem selben Grund "aus dem sie Jay-Z-CDs kaufen."
Bob Dylan sprach in dem Interview mit Mikal Gilmore, das dieser für den amerikanischen Rolling Stone führte, auch über Barack Obama. Allerdings eher widerwillig. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Gespräch, übersetzt von Bernd Gockel.
Der republikanische Präsidentschaftskandidat will großen Wert auf Wohlfühlmomente im Weißen Haus legen. Liveauftritte von Bands wären seine Strategie, wie er nun in einem Interview verriet. Hier Romneys Wunschkandidaten, zu den u. a. The Killers zählen.
Devo haben soeben den neuen Song "Don't Roof Rack Me, Bro (Seamus Unleashed)" veröffentlicht, der von Mitt Romneys Hund Seamus handelt. Der republikanische Präsidentschaftskandidat hatte ihn 1983 bei einem Familienausflug auf das Dach seines Autos geschnallt. Devo erklärten uns die Hintergründe.
Nachdem sich Mitt Romney als großer The Killers-Fan geoutet hat, gibt es jetzt von dem Bassisten Mark Stoermer eine Reaktion. Im Gegensatz zu denen seiner Musikerkollegen fiel diese aber erstaunlich unbeeindruckt aus.