- 25. August 2011
von Christoph Dorner
Alben
Thees Uhlmann
Thees Uhlmann
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Grand Hotel van Cleef
Thees Uhlmann - Thees Uhlmann
Für seine Band Tomte hat Thees Uhlmann einst ein Lied über den Schalker Bankdrücker Yves Eigenrauch geschrieben. Für Stadion-Rock war das viel zu rührend. Heute singt Uhlmann auf seinem Solo-Debüt erneut so ein platonisches Lied: Es handelt von der Schlecker-Verkäuferin im Bus, dem "Mädchen von Kasse 2". Schon mit der recht kitschigen Umarmung einer fremden Lebenswelt tritt Uhlmann aus dem Schatten von Tomte heraus. Er singt noch von den alten Codes, den Platten und dem Fußballverein, jedoch in Nebensätzen.
Uhlmann will neue Herzen erobern, sie sind ihm das Allerwichtigste: "Dein Herz ist wie eine Berliner Synagoge/ Es wird Tag und Nacht bewacht", singt er in "17 Worte". Mag man da überhaupt noch weiterhören? Im Heartland-Rock von Bruce Springsteen hat Uhlmann die Legitimation für die klaviergetriebenen, entfesselten Rock-Arrangements, aber auch für die gnadenlose Subjektivierung seiner Songs gefunden. Als "dancer in the dark" verneigt er sich in "Römer am Ende Roms" gelungen vor dem Boss. Allerdings verwechselt Uhlmann in seinem rührenden Überschwang oft zusammengereimtes Pathos mit der subtilen Emotionalität, die viele Tomte-Stücke auszeichnete. Sein Heimatlied "Lat: 53.7 Lon 9.111667" (das sind die Koordinaten des Dorfes Hemmoor) ist bräsiger Rock, "Paris im Herbst" eine einzige Schunkelei. Da passt es, dass Casper in "& Jay-Z singt uns ein Lied" einen reibeisigen Emo-Rap beisteuert.
Wäre dieses Album - frei nach der Rhetorik des Tomte-Sängers - ein Film, wäre es wohl "Forrest Gump": ein ergreifendes Schmierentheater.
Beste Songs: "Zum Laichen und Sterben ziehen ...", "Römer am Ende Roms"
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Kommentare (5)
Was´n nun?
Lieber Rolling Stone; Individualität in allen Ehren, aber eine Position zu diesem Album findet ihr wohl nicht wirklich, oder? Im Artikel positiv dargestellt, auf der New Noises CD (und im Heftbeitrag dazu) "beworben" und dann eine Kritik von 2,5 Sternchen die Bezeichnung "schmierentheater"? Wie soll man, wenn man das aktuelle Heft liest, jetzt ein Bild von der CD bekommen? Ja,ja, ich weiß; kaufen und selbst ein Bild machen...... Aber so auffällig zwiespältig ist es mir noch nie aufgefallen.
von lunde am 26. August 2011 15:32 Uhr
Au weia
Wer Forrest Gump als ergreifendes Schmierentheater bezeichnet, kann sie nicht alle auf der Latte haben.
In diesem Sinne: Der Inhalt der Pralinenschachtel ist ihnen, Herr Dorner.
von Otto Lenk am 26. August 2011 22:06 Uhr
Ähm...
"Mag man da überhaupt noch weiterhören?"
Nein, denn es ist nicht Bruce Springsteen, an dem man sich im Übrigen messen lassen muß. Ich jedenfalls kann diese Besprechung nicht nachvollziehen. Sie ist kurz, auf Musik, Lyrik und Künstler wird kaum bis gar nicht und nur abwertend-scherzhaft eingegangen und das subjektive Empfinden konterkariert mit meinem. Man muß es ja nicht mögen, was man da rezensiert, aber sich damit auseinander zu setzen wäre hilfreich. Für den Leser, am Ende. Denn der sollte sich seine eigene Meinung bilden können. Gut, daß jeder seine Meinung haben kann und soll. Also nächstes Mal vielleicht einen Autor nehmen, der Ahnung von Tomte und Indie-Rock im Allgemeinen hat, oder wenigstens die Lust, sich da mal reinzulesen und -hören. Ansonsten bleibt beim Bruce (den mag ich übrigens nicht, unabhängig vom Album), was auch eher eurer Klientel entsprechen dürfte. Im Übrigen bleibt noch zu erwähnen, daß Thees Uhlmann umso erfolgreicher ist - was verwundert, wenn man diese Kritik hier liest. Kann man sich mal selbst überlegen, woran das liegt.
von am 27. August 2011 13:42 Uhr
Nachtrag
Und was soll diese Anspielung auf Casper und Emo-Rap? Sorry, ich mag den Casper auch rein gar nicht, aber diese (bisher immer nur abwertend benutzte) Bezeichnung setzt dem Schund die Krone auf. Kann der Autor auch etwas anderes, als beißen und nörgeln?
von am 27. August 2011 13:46 Uhr
ähm ähm.
ähm... ? @ herr ähm über mir:
Erfolg ist leider kein Zeichen für Qualität! Netter Versuch ;/
Mal ganz ehrlich, Thees Uhlmann strotzt doch nur so vor doofer pathos-"lyrik"
von Andor am 26. September 2011 18:32 Uhr