- 30. November 2011
von Torsten Groß
Alben
Amy Winehouse
Lioness: Hidden Treasures
Foto:
Universal
Amy Winehouse - Lioness
Gar keine Frage: Natürlich hätte sich Amy Winehouse gewünscht,
dass diese Songs das Licht der Welt erblicken! Insofern muss man
"Lioness: Hidden Treasures" unbedingt als einen Freundschaftsdienst
begreifen. Huldigend zu Diensten waren die liebe Familie sowie die
Plattenfirma in Kooperation mit Mark Ronson und Salaam Remi. Jene
Produzenten also, mit denen die begabteste und schillerndste
Soul-Sängerin unserer Zeit vor allem gearbeitet hatte.
Nur schade, dass es sich um einen Freundschaftsdienst in der Art handelt, wie er auch dem Rapper Tupac Shakur insgesamt siebenmal zuteil wurde: Der Kern dieses Albums besteht aus anderthalb neuen Songs. Der erste, "Between The Cheats", entstand, man glaubt es kaum, angeblich unter Drogen und verhandelt die Betrügereien des Blake Fielder-Civil, wie die "Sun" hysterisch dröhnt. Man weiß ja, dass die Sängerin zuletzt kaum noch in der Lage war, im Studio zu arbeiten. Aber dieser Song vermittelt einen Eindruck davon, warum der nächste musikalische Schritt auch jenseits der offensichtlichen Gründe zur Bürde wurde: "Cheat" klingt wie ein unentschlossener "Back To Black"-Outtake, mehr vom Gleichen in weniger gut. Die Single "Like Smoke", der zweite "neue Song", wurde nachträglich um einen Part von Nas erweitert. "I’ll be out in London, Camden/ Huntin’ for the answers, why did God take away the homie?", rappt er unverdrossen. Tja, vielleicht unter anderem, weil die Schonungslosigkeit, mit der die Winehouse von ihrem raffgierigen Vater und anderen ausgebeutet wurde, stets in der Art geschah, nach der auch dieses Album kompiliert wurde.
Der Rest? Alternativ-Versionen bereits geläufiger Stücke, das sattsam bekannte Tony-Bennett-Duett "Body & Soul", Standards wie "Will You Still Love Me Tomorrow" und sogar der totgenudelte Hotelbar-Klassiker "Girl From Ipanema". Nein, Gefangene wurden hier nicht gemacht. Eine Ahnung davon, was Winehouse noch hätte leisten können, vermittelt dann eine derangierte, aber berückend intensive Version von Leon Russells "A Song For You" aus dem Jahre 2009.
Danach räsoniert sie noch über den Ur-Interpreten Donny Hathaway, der ihr mehr bedeutete als Marvin Gaye – eine Stimme aus dem Geisterreich, ein letzter Gruß in die Tiefe der schwarzen Nacht. "The first posthumous compilation album by Amy Winehouse", steht bei Wikipedia. Klingt wie eine Warnung.
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Kommentare (8)
Betze
Lasst sie ruhen ! Was macht solch eine Platte für einen Sinn ? Was verspricht sich wer davon, für was ??
von Sven Hitzel am 30. November 2011 19:33 Uhr
Lioness
Weihnachten: Geld muss rein in die Kassen. Eine Maxi-CD [mit Will You Love Me Tomorrow & A Song For You] hätte genügt, beim Rest vermittlet sich der Eindruck, dass es nicht mehr viel zu holen gibt. Schon wieder Tears Dry, Valerie? Kennt man doch auswendig. Rest In Piece, Amy. Es ist genug.
von Stephan Hacker am 03. Dezember 2011 20:07 Uhr
Peace Not Piece
Sorry. Ich meinte natürlich, dass sie in Frieden ruhen soll, nicht als Stück.
von shack-60 am 03. Dezember 2011 20:55 Uhr
Es hätte so schön werden können...
... hätte man (wie meine Vorredner schon bemerkten) Valerie und The Girl from Ipanema nicht aufgewärmt.
Ich gebe Stephan völlig recht, "Body & Soul", "Like Smoke", "Will You Still Love Me Tomorrow" und "A Song For You" hätten völlig gereicht und das hätte man auf einer Maxi gut und (vor allem) günstig verwursten können, wäre auch schön gewesen. Aber das beweist einmal mehr, dass man den vergangenen Stern "Amy Winehouse" nicht verblassen lassen kann, denn da steckt noch jede Menge Kapital drin. Freuen wir uns also auf die nächsten Posthum-Alben mit neuen Versionen von "Back to Black", "Valerie" und natürlich "The Girl from Ipanema".
Ich werde meinen Kindern in 20 Jahren eines dieser neu erschienenen Best Ofs zu Weihnachten schenken und ich hoffe ihnen wird "Our Day Will Come 2031" gefallen.
von Roland Rekos am 05. Dezember 2011 03:04 Uhr
Last Treasures
Auch wenn einschlägig die Meinung vorherrscht, ihr mit diesem Album keinen Gefallen zu tun, denke ich dass diese Form des ge-denkens mehr als eine Marketing-Offensive ist. An der Zahl der unzähligen Fanbekundungen zu gemessen, verdient das Phänomen Amy Winehouse einen besonderen Platz in der Ahnengallerie der Pop-Diven. Die Fans jedenfalls haben ihr Urteil längst gefällt. Außer Frage steht, dass es nach wievor viel zu erzählen gibt über Charaktere wie sie durch Amy verkörpert wurden. So zum Beilspiel vom Sender QTom, der ein besonderes Special präsentiert. In meinen Augen sehr sehenswert! (Zu finden unter: http://bit.ly/tCNnGl auf qtom.tv). Für alle, die Amy als das behalten möchten, was sie war: eine DER Stimmen überhaupt!
von Mila am 05. Dezember 2011 16:20 Uhr
Last Treasures
Auch wenn einschlägig die Meinung vorherrscht, ihr mit diesem Album keinen Gefallen zu tun, denke ich dass diese Form des ge-denkens mehr als eine Marketing-Offensive ist. An der Zahl der unzähligen Fanbekundungen zu gemessen, verdient das Phänomen Amy Winehouse einen besonderen Platz in der Ahnengallerie der Pop-Diven. Die Fans jedenfalls haben ihr Urteil längst gefällt. Außer Frage steht, dass es nach wievor viel zu erzählen gibt über Charaktere wie sie durch Amy verkörpert wurden. So zum Beilspiel vom Sender QTom, der ein besonderes Special präsentiert. In meinen Augen sehr sehenswert! (Zu finden unter: http://bit.ly/tCNnGl auf qtom.tv). Für alle, die Amy als das behalten möchten, was sie war: eine DER Stimmen überhaupt!
von Jubi am 05. Dezember 2011 16:26 Uhr
titel
ok, gut
von xyz am 07. Dezember 2011 14:31 Uhr
mir
Amy Winehouse
von am 12. Dezember 2011 12:20 Uhr