- 13. Mai 2011
von Daniel Koch
Bücher
Frans Pollux
Tage der Flut
Foto:
Aufbau Verlag
Frans Pollux - Tage der Flut
Der biblisch anmutende Buchtitel, das apokalyptische Szenario
einer Welt, die an rätselhaften Wassermassen ertrinkt, und laut
Klappentext ein Komplott weltzerstörerischen Ausmaßes obendrauf –
man möchte diesen Debüt-Roman schnell im Bahnhofsbuchhandel-Regal
mit den Billig-Thrillern parken. Aber das wäre ein großer Irrtum.
Denn der holländische Autor wuchtet zwar diese übergroße
Rahmenhandlung in seinen Roman, erzählt sie aber so furios, dass
sie einen von der ersten Seite an mitreißt. Dreh- und Angelpunkt
ist der Steuerfahnder Syris, der nach und nach all das über Bord
gehen sieht, an das er geglaubt hat – seine Duckmäuser-Karriere im
sogenannten Engagement, die Gesetze des Freien Marktes, die diese
Organisation angeblich durchsetzt und die Liebe zu seiner Frau, die
als Terroristin eigentlich bis zu ihrer Ermordung für die richtige
Sache einstand. Man muss schon Chuzpe haben, um ein Debüt
vorzulegen, das sich liest wie eine Kreuzung aus „1984“, „
Waterworld“, dem Parteiprogramm der FDP und den Kapiteln sechs bis
neun des Buches Genesis.
(Aufbau, 19,95 Euro)
Eine Seite zurück

Kommentar schreiben